Information zum Thema Sektorentrennung PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 18. August 2010

Die Fangemeinschaft Dynamo möchte sich noch einmal zu den Diskussionen in den unterschiedlichsten Foren in Bezug auf die Strafanzeige äußern. Viele Beiträge, die sich gegen die Initiative der Fangemeinschaft Dynamo richten, entstehen aus Unkenntnis der Motivation, der Aussagen des Vereins und der Projektgesellschaft und der eigenwilligen Interpretation von gesetzlichen Bestimmungen. Einiges davon möchten wir hier gern richtigstellen.

Zunächst ist es richtig, dass es der Fangemeinschaft Dynamo in erster Linie um einen angenehmen Stadionbesuch geht. Dieser wird durch die geschlossenen Sektoren zumindest eingeschränkt. Wir haben daher von Anfang an gegen die Sektorentrennung argumentiert und bereits während der Bauphase deutlich zu diesem Thema Stellung bezogen. Schon damals wurde uns seitens des Vereins versichert, dass die Trennung der Fans nicht durch den Verein angestrebt und unterstützt wird. An dieser grundsätzlichen Haltung des Vereins hat sich bis heute nichts geändert, was wir in mehreren Gesprächen immer wieder bestätigt bekommen haben. Festzuhalten bleibt allerdings auch, dass es die Verantwortlichen unserer Sportgemeinschaft bisher nicht vermochten, ihre Worte mit Taten oder fühlbarem Bestreben zu unterlegen. Das nachhaltige Engagement der Fangemeinschaft Dynamo zu dieser Thematik richtet sich dennoch in der Hauptsache nicht gegen den Verein oder seine handelnden Personen, sondern vielmehr gegen diejenigen, die solche Entscheidungen fällen und zu verantworten haben.

Grundsätzlich endete bisher jede Diskussion zur Sektorentrennung trotz sorgfältiger Argumentation in der Aussage, dass es dazu gesetzliche Vorgaben gibt und die Genehmigung des Stadionbetriebes durch das Bauaufsichtsamt unter dieser Bedingung erfolgte. Angeführt wird dabei immer die Fluchtwegeplanung. Laut Sören Klar, Sicherheitsbeauftragter der SG Dynamo Dresden, ist für eine bestimmte Anzahl von Besuchern eine genau definierte Fluchtwegbreite erforderlich. Da die bauliche Situation unseres Stadions, eingeschränkt auf der westlichen Seite durch den Kunstrasenplatz und auf der nördlichen durch das Georg-Arnold-Bad, keinerlei Möglichkeit bietet, die Fluchtwege zu verbreitern, wird es keine Genehmigungen zum Öffnen der Sektorentrennung während des Spielbetriebes geben. Diese Aussage zweifeln wir insofern an, als dass die Anzahl der Besucher während des Länderspieles der FIFA höher war, als bei einem durchschnittlich besuchten Drittligaspiel. An den Fluchtwegen hat sich selbstverständlich nichts geändert, sodass es für das Öffnen der Sektorenbegrenzungen keine Genehmigung hätte geben dürfen. Da diese aber nachweislich geöffnet waren, wird die immer wieder als Totschlagargument angebrachte Begründung klar ad absurdum geführt. Weil wir nicht davon ausgehen, dass die FIFA bei ihren Länderspielen fahrlässig mit der Sicherheit der Zuschauer umgeht, sollte folglich der stets angeführte Sicherheitsaspekt in Zukunft anders bewertet werden können. Um dies nachhaltig überprüfen zu lassen, haben wir den Weg über die Staatsanwaltschaft gewählt.

Die in den Foren oft angebrachten Vorgaben des DFB sehen eine Unterteilung in vier Sektoren vor. Diese sind auch in unserem Stadion allein durch die bauliche Substanz gegeben. Entsprechend der auch für uns nachvollziehbaren Abtrennung der Gästefans unterteilt sich das Stadion in die vier Sektoren VIP, Gästeblock und die beiden Heimbereiche Familienblock und West/Nordtribünen. Die Bedingung, dass jeder Bereich mit eigenen Zugängen, Toiletten und Cateringständen ausgestattet sein muss, ist erfüllt. Eine weitere Trennung in noch mehr Sektoren ist mit den DFB-Richtlinien nicht zu begründen.

Im Falle einer notwendigen Evakuierung der Zuschauer gehen wir davon aus, dass die Blöcke O bis R automatisch den Fluchtweg am ehemaligen Standplatz des VIP-Zeltes benutzen, die Besucher der Blöcke L bis N eher über den Eingang Blüherstraße das Stadion verlassen werden. Alle Stehplatzbesucher teilen sich einen Fluchtweg mit den Sitzplatzbesuchern der Blöcke J und F. Da das Zuschaueraufkommen beider Bereiche ungefähr gleich hoch sein dürfte, wird für die Evakuierung der Blöcke F bis K5 erheblich mehr Zeit benötigt. Allein durch die naheliegenden Wege könnten sich die Zuschauer der Blöcke K4 und K5 zum Ausgang Blüherstraße bewegen und damit eine schnellere Räumung des Stadions gewährleisten, wenn die Sektorentrennung geöffnet ist. Da dies nicht geschieht, sehen wir hier die Gefahr, dass im Ernstfall eine Panik ausbrechen und damit Folgen wie in Duisburg einhergehen könnten. Vergleichbar sind hierbei sicher nicht die Anzahl der Gäste der Veranstaltung oder die bauliche Gegebenheit, sondern vielmehr die fehlende Alternative bei der Suche nach einem Fluchtweg.

Wir hoffen damit einige ungerechtfertigte Interpretationen unseres Handelns relativiert zu haben und möchten gleichzeitig noch einmal auf die Möglichkeit hinweisen, am kommenden Spieltag selbst aktiv etwas für ein allen Dynamofans frei zugängliches Rudolf-Harbig-Stadion tun zu können. Mit eurer Unterschrift bei der Freitagabend beginnenden Unterschriftensammlung könnt ihr dann auch ganz persönlich euren Wunsch nach einer auch im Stadion wieder praktizierten wirklichen Sportgemeinschaft, einem echten Miteinander von Steh- und Sitzplatzfans unterstreichen.

Fangemeinschaft Dynamo

Vorlage der Unterschriftenliste zum Ausdrucken und Ausfüllen.

 

 


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