Fangemeinschaft Dynamo in Hamburg
Kreisel
Samstag, 01. August 2009

2. Europäischer Fankongress

Vom 17. bis 19. Juli fand in Hamburg unter dem Motto „We are the game!“ der 2. Europäische Fankongress statt.
Vor einem Jahr hatten sich bereits Fanvertreter aus ganz Europa zum ersten Mal in London getroffen, um dort über relevante Themen aus dem Leben eines normalen Fußballfans zu diskutieren.

Europa? Fankongress? Was interessiert uns das als Drittligaklub? Sicherlich denken einige Fans zunächst so, wenn sie davon hören oder lesen. Wer sich allerdings mal etwas genauer mit der Thematik befasst, wird schnell merken, dass zwischen Europa und Dynamo Dresden nicht nur 98 Cupspiele stehen, sondern aktuell eine ganze Menge mehr. Das Interesse für die Themen des Fankongresses war deshalb mehr als berechtigt.
Gründe für die Teilnahme gibt es viele. Man kann sich zum Beispiel bei solchen Anlässen sehr gut mit Fans aus anderen Ländern unterhalten, Erfahrungen austauschen oder über Ansätze der Fanarbeit sprechen, die sich anderswo bewährt haben.

Es kann schließlich nie verkehrt sein, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden oder Probleme kennen zu lernen, die für uns gleichzeitig Warnung sind, was passiert, wenn Fanbelange im Zeitalter der Kommerzialisierung keine Rolle mehr spielen. Für diesen Austausch stand beim Fankongress vor allem die Arbeit in den unterschiedlichen Workshops im Vordergrund, die zukünftig als Arbeitsgemeinschaften weitergeführt werden sollen.

Man sagt so schön, dass der Fisch immer am Kopf beginnt zu stinken. So merkwürdig das jetzt vielleicht aus Sicht eines Dynamo-Fans klingen mag, aber in diesem Fall verkörpert die UEFA genau diese Rolle. Druck muss nicht immer nur von der Basis kommen, sondern kann auch mal von oben auf die Verbände erfolgen. Gelingt es, einheitliche fan- und fußballfreundliche Regelungen zu erwirken, können diese dann von oben nach unten bis hin zu Dynamo Dresden umgesetzt werden.

Hinzu kommt ein weiteres Argument: Es scheint sinnvoll zu sein, nicht als gallisches Dorf allein gegen die Übermacht des DFB zu kämpfen, sondern sich mit anderen Organisationen und Fanvertretern zusammen zu schließen, um den Weg von der anderen Seite zu beschreiten.

Hinter der Veranstaltung in Hamburg steckt die inzwischen ins Vereinsregister eingetragene Vereinigung der „Football Supporters Europe“ (FSE). Der Zweck von FSE ist, die Interessen der europäischen Fußballfans gegenüber der UEFA zu vertreten. Das solche Zusammenkünfte nicht nur aus dem reinen Wunschdenken der Fans entstehen, lässt sich allein schon damit begründen, dass der aktuelle UEFA-Präsident Michel Platini die Initiativen der Anhänger unterstützt und FSE als unabhängiger Gesprächspartner anerkannt wird. Über 300 aktive Fans aus knapp dreißig Ländern trafen sich im Hamburger Volksparkstadion, um in Arbeitskreisen fanrelevante Sachverhalte zu diskutieren. Folgende Rahmenthemen waren dabei vorgegeben:

1. Netzwerkarbeit, Anerkennung und Strategieplanung für Faninitiativen
2. Gewaltprävention oder kollektive Bestrafung? Fanrelevante Gesetzgebung
3. Rechte von Fans mit Behinderung
4. Dein Lieblingsspiel im TV? Anstoßzeiten
5. Vereinslizenzierung - Möglichkeiten und Gefahren
6. Kampagnenarbeit und Fundraising für Fangruppen
7. Dein Lieblingsbulle?! Praxismodelle positiven Polizeiverhaltens
8. Einbindung von Minderheiten-Gruppen in der Fußball-Fankultur
9. „Football Firestarters“ – Pyrotechnik in Fußballstadien in Europa
10. Steigerung von Fanmitbestimmung
 

Hier gibt es die pdf zum Download.

 

 


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