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  • SC Paderborn – SG Dynamo Dresden: Spielanalyse

    SC Paderborn – SG Dynamo Dresden: Spielanalyse

    Gegen den SC aus Paderborn erkämpft sich die SGD einen Punkt. Dabei nutzt man einen anderen Ansatz als sonst. Darauf lohnt sich ein genauerer Blick.

    Wie reagiert Dynamo nach Rostock?

    Nach der Niederlage vom letzten Sonntag gegen Rostock, wo Dynamo überraschenderweise vor allem im individuellen und kollektiven Defensivverhalten Probleme hatte, wählte Trainer Schmidt für das Spiel gegen Paderborn einen neuen Ansatz. Die SGD startete mit einem ganz klassischen 4231 und fokussierte sich damit auf ein tieferes Mittelfeldpressing und nach Ballgewinn entstehende Konter. 

    Nach einem Spiel wie gegen Rostock ist das Wählen einer solchen Variante nicht unüblich. Der Vorteil: Klare Aufgaben und Zuordnungen geben der Mannschaft erst einmal (die z. B. gegen Rostock fehlende) defensive Sicherheit. Jeder Profifußballer sollte mehr oder minder die Grundlagen eines 4231/442 kennen und spielen können. (Ich könnte mir vor diesem Hintergrund z. B. auch vorstellen, dass der Wunsch für eine solche Herangehensweise auch aus der Mannschaft selbst gekommen sein könnte.)

    Dynamo lief den Gegner also nicht wie sonst häufig hoch an, sondern positionierte sich in einem engen und kompakten Block. Durch das mannorientierte Verfolgen des ballnahen Sechser des Gegners, eine etwas passivere und ausbalancierende Rolle von Stürmer Drchal und die engen Flügel Schröter und Borrello und deren Deckungsschatten schloß man so das Zentrum lenkte das Spiel auf den Flügel. Passierte das, schob der jeweilige Flügel flach auf den gegnerischen Spieler (meist Außenverteidiger), während das gesamte Team durchsicherte und so den Raum verknappte. In der Theorie gewinnt man so den Ball und schaltet schnell um, versucht über Konter Torgefahr zu kreieren.

    Anfänglich vielversprechende Konteransätze

    Dieser Plan hatte nicht nur aufgrund eigener Unsicherheiten, sondern auch aufgrund des Gegners seine Berechtigung. Mit dem SC Paderborn unter Trainer Lukas Kwasniok stand Dynamo am Samstagnachmittag ein Gegner gegenüber, der primär ballbesitzorientiert denkt. Über flexible und dynamische Ballzirkulation mit viel hohem Personal versucht der SCP zu Torgefahr zu kommen. Die dabei häufig weit aufrückenden und nominell sowieso offensiv denkenden Außenverteidiger (zumindest Linksverteidiger Justvan) eröffneten für Dynamos Flügelspieler genau jene angesprochenen Räume. 

    Gerade in der Anfangsphase gelang es der SGD einige Male, den Ball auf dem Flügel zu gewinnen und von dort in den Rücken der gegnerischen Außenverteidger zu kontern. Schlussendlich fehlten in diesen Szenen jedoch häufig kluge und präzise Anschlussaktionen. 

    Dresdner Defensivformation, Paderborner Offensivformation – potenzielle Umschalträume für Dynamo hinter den gegnerischen Außenverteidigern.

    Paderborner Druckphase

    Mit der Zeit bespielte Paderborn das reaktive Pressing der SGD jedoch immer erfolgreicher, sodass sie selbst einiges an Torgefahr kreieren konnten. Dabei agierte man so flexibel und dynamisch wie von Kwasniok-Teams bekannt. Eine wirkliche Grundordnung lohnt sich da erst gar nicht auszumachen.

    Permanent bleiben eigentlich nur die beiden Innenverteidiger (Hünemeier, van der Werff) und meist auch der Sechser Schallenberg (wahrscheinlich auch weil meist von Batista Meier mannorientiert verfolgt) positionstreu. Sonst gelten bei zahlreichen Positionsrochaden und Unterstützungsbewegungen nur einige Prinzipien, die in deren situativer Ausgestaltung den Spieler große Freiheiten überlassen. Grundsätzlich schiebt Paderborn viel Personal in hohe Zonen. Dort sollte möglichst einer die Breite geben (meist der Außenverteidiger) und einer die Tiefe attackieren (meist Stürmer Pröger). Die restlichen Mittelfeld- und Angriffsspieler nutzen den so geschaffenen Raum zwischen den Linien und überladen auf flexible und sehr dynamische Art und Weise ballnahe Zonen.

    In diesem Spiel ließ sich Klement häufig in die Schnittstellen des Dresdner 4231 zwischen Flügel und Zehner fallen, um dort Zuordnungsprobleme zu schaffen. Teils kippte er auch diametral in den Linksverteidiger-Raum, was Justvan höher drückte und die situative Überladung auf dem Flügel verstärkte.

    Diese Überladungen ermöglichten bei Paderborn ein dynamisches und meist diagonales Kombinationsspiel, das sich daher mit zunehmender Spielzeit und steigender Präzision auch bis in die Halbräume hinter die Mittelfeldkette der SGD erstreckte. In der ersten Hälfte haben verschiedene Stürmer dort gefährliche Chancen, die Dynamo dennoch letztlich noch verteidigt bekommt (oder Glück mit einer ungenauen Anschluss- oder Abschlussaktion hat).

    Paderborner Offensivformation, Dresdner Defensivformation – Beispielszene aus Minute 42.

    Leichte Anpassungen in Hälfte 2

    Problematisch wurde es für Dynamo vor allem dann, wenn die Flügelspieler Schröter und Borrello (der einige Male Probleme in der Positionierung hatte) zu spät den gegnerischen Außenverteidiger unter Druck setzen konnten. Dann musste Dynamo weit durchsichern und kam situativ in lokale Unterzahl- oder Gleichzahlsituationen, in denen Paderborn ihre Ballsicherheit und/ oder individuelle Klasse im 1v1 ausspielen konnte. 

    Ich könnte mir vorstellen, dass deswegen in der Halbzeit Königsdörffer für Borrello eingewechselt wurde. Aber auch unabhängig davon agierte Dynamo nun weiträumiger im Pressing. Die Flügel starteten seltener im Halbraum, sondern zogen sich je nach Positionierung des Außenverteidigers schnell, weit und breit zurück. Gleichzeitig nahm Dynamo die Mannorientierungen ballnah konsequenter auf und verteidigte aggressiver nach vorn. Teils rückten gerade die Sechser Stark, Kade oder später Will weit aus der 442-Staffelung heraus, um ihre situativen Gegenspieler mit Ball nach hinten zu drücken.

    Dynamos Defensivformation, Paderborner Offensivformation – stabileres, weil ausgeglicheneres Dresdner Pressing.

    So arbeitete man in Hälfte 2 weitgehend ordentlich gegen den Ball und ließ weniger Torgefahr zu als zuvor. Dabei spielten jedoch genauso Veränderungen im Paderborner Spiel eine Rolle. Zunächst committete man nun weniger Spieler in hohe Zonen. Immer häufiger kippte ein Zentrumsspieler (Klement) komplett auf die Seite heraus, sodass zwischen den Linien weniger Personal und so auch weniger Kombinationen möglich waren. Zudem schlichen sich dabei mit der Zeit immer mehr technische Ungenauigkeit und Szenen mit zu geringen Tempi ein. 

    Nichtsdestotrotz gelangen Paderborn gerade zu Spielende noch einmal einige gefährliche Durchbrüche nach 2v2-Szenen auf dem Flügel. In diesen Phasen hätte Dynamo durchaus noch das entscheidende Tor kassieren können.

    Fehlender Mut

    Aber was war eigentlich mit Dynamos Offensive? Die ist und bleibt ein schwieriges Thema. Grundsätzlich hatte Dynamo durch die strategische Spielanlage ja sowieso wenige kontrollierte Ballbesitzphasen. Außer in zwei kurzen Perioden presste Paderborn im hohen 4222-Angriffspressing und erzwang lange Bälle. 

    Paderborner Defensivformation, Dresdner Offensivformation – Beispielszene aus Minute 56.

    Die SGD war aber auch so in dieser Spielphase auf Einfachheit und Sicherheit bedacht. So spielte man schnell den langen Ball auf die Flügel (+ anschließender Kampf um den 2. Ball), um von dort in dynamische Aktionen zu kommen. Auch wenn sich Paderborn situativ etwas zurückzog, zirkulierte der Ball nur für ein paar Stationen in Dynamos flacher Viererkette, wovon dann der lange Ball geschlagen wurde. 

    Torgefahr wollte man schließlich primär über Konteraktionen kreieren. Wie zuvor beschrieben, hatte man dafür gerade in der Anfangsphase einige vielversprechende Gelegenheiten. Letztlich fehlte es aber über das gesamte Spiel an Präzision und klugen Entscheidungen, was am Ende durch die personellen Wechsel und die zunehmende Spielzeit noch verstärkt wurde. Es schien, als war Dynamo ab Minute 60 nur noch darauf aus, den einen Punkt mitzunehmen. Das hatte am Ende Erfolg, hätte aber auch leicht anders ausgehen können. Etwas mehr Mut und Aktivität gerade im personellen Sinne hätte Dynamo meiner Meinung nach in dieser Phase gut getan; hätte vielleicht für etwas mehr Entlastung und ggf. sogar nochmal für eigene Torgefahr gesorgt.

    Fazit

    Schlussendlich bleibt so aber das 0:0 und damit ein Punkt, den man nach dem Spiel gegen Rostock gern aus Paderborn mitnimmt. Dabei kann ich die Wahl eines etwas simpleren und reaktiveren Ansatz durchaus verstehen, denn diese Adaptabilität in schwierigen Situationen ist wichtig. Auch kann ich nach der letzten Woche zumindest den Gedankengang nachvollziehen, hier zum Ende des Spiels erst einmal den Punkt zu sichern. Insgesamt (wenn auch mit etwas Glück) ist das auch aufgegangen, man war stabiler. Ich hoffe aber, dass man in den kommenden Wochen wieder zu Sicherheit mit dem typischen Ansatz des Trainers zurückfindet. Im Kampf um den Klassenerhalt steht zudem über allem, z. B. bei personellen Anpassungen, zukünftig wieder mutig und proaktiv zu agieren.

  • Niederlagenserie gegen SCP, FCH und SVD: Spielanalyse

    Niederlagenserie gegen SCP, FCH und SVD: Spielanalyse

    Wie versprochen schauen wir uns zur aktuellen Länderspielpause noch einmal Dynamos Niederlagenserie aus dem September genauer an. Warum haben wir gegen Paderborn, Heidenheim und Darmstadt verloren? Und wie ordnen wir diese Schwächephase in die Gesamtentwicklung ein?

    SGD – SCP: 0:3

    Die erste Saisonniederlage kassiert die SGD Ende August gegen den SC aus Paderborn. Das 0:3 schien auf den ersten Blick natürlich extrem ernüchternd. Wenn man sich das Spiel aber nochmal genauer ansieht, muss ganz klar konstatiert werden, dass dieses Ergebnis nicht im Ansatz den Spielverlauf widerspiegelt.

    Dynamos Herangehensweise

    Gerade in den ersten 30 Minuten des Spiels agierte Dynamo nämlich eigentlich genauso stark wie in den Wochen zuvor. Aus der klassischen 433/4Raute2-Struktur liefen wir den Gegner gemäß dem Schmidt-typischen Pressingfokus sehr hoch und mit brutaler Intensität an. Obwohl Paderborn unter Kwasniok ein sehr spielstarkes Team ist, konnte man so deren Spielaufbau schon früh stören, einige hohe Ballgewinne erzielen und durch schnelles vertikales Umschalten einige gefährliche Chancen kreieren. Wenn Dynamo etwas mehr Glück hat, führt man in diesem Spiel schon nach zwei Minuten.

    Neben diesem typischen Plan fielen mir jedoch noch weitere Aspekte in Dynamos Spiel positiv auf. Gerade im Vergleich zu den folgenden Spielen (Heidenheim, Darmstadt, Pauli) agierte man nämlich auch im Ballbesitz deutlich gefährlicher, da mutiger, präziser und variabler. 

    Zunächst lag das sicher zum Teil auch an der Einbindung der Einzelspieler. Beispielsweise Schröter als rechter Breitengeber und Vlachodimos als dynamischer linker Flügel wurden genau gemäß ihrer Stärken eingesetzt und konnten so das Team mit ihrer individuellen Qualität bereichern. 

    Doch auch gesamttaktisch ließen sich wie zum Saisonbeginn spannende Muster erkennen. In erster Linie ging es darum, nach den hohen Ballgewinn schnell über die Flügel in die Tiefe zu kommen und von dort ins Zentrum zu flanken. Dabei war man, wie gesagt, deutlich genauer und dadurch auch dynamischer unterwegs, was die Gefahr der eigenen Angriffe signifikant erhöhte.

    Hatte man etwas mehr Zeit am Ball bzw. musste aus tieferen Zonen heraus aufbauen, fand man häufig gute Lösungen gegen das Paderborner Pressing. Entweder war man in der Lage, die zweiten Bälle nach langen Schlägen mit brutaler Intensität zu gewinnen und so wiederum in die schon beschriebenen Umschaltsituationen zu kommen oder man spielte sich über die tiefen Außenverteidiger frei, die sich ihrer Gegenspieler entzogen.

    Beispiel langer Ball im Aufbau – enge Struktur für zweite Bälle.
    Dynamos flacher Spielaufbau – Lösung über tiefe AV.

    Entscheidend war daran anschließend, dass man sich – nicht wie in den folgenden Spielen – zu leicht und mit zu wenig Personal auf die Außenbahnen drängen ließ. Einerseits überlud man mit dem jeweiligen AV, 6er, 8er, Flügel und Stürmer klug die ballnahe Seite, um dort kombinieren zu können.

    Dynamos Übergang – Überladung der ballnahen Seite.

    Verlagerungen über Stark auf die verwaiste andere Seite waren dann ein oft genutztes, kluges Anschlussmittel.

    Dynamos Übergang – Verlagerung über 6er wenn Seite zugeschoben.

    Andererseits war man jedoch auch mutig genug, häufiger über das Zentrum aufzubauen. Durch einige sehr dynamische Steil-Klatsch-Kombinationen über die vier eng positionierten Rautenspieler schaffte man immer mal wieder vielversprechende Räume für unsere andribbelnden Außenverteidiger. 

    Alles in allem war ich wirklich beeindruckt von dem Spiel der SGD gegen Paderborn, zumindest in den ersten 30 Minuten. Eigentlich war das genau das, was Schmidt erwartet – brutale Intensität, gutes Pressing, gutes Gegenpressing, aber eben auch (!) mutiger Ballbesitz mit hilfreicher Genauigkeit. Durch gute Boxbesetzung waren auch Chancen da, um Tore zu erzielen (auch wenn da mit etwas mehr Genauigkeit im letzten Drittel sicher sogar noch mehr drin gewesen wäre).

    Unglückliche Gegentore

    Am Ende kassiert man in diesen Minuten aber doch auch drei Gegentore. Diese hätten in ihrer Entstehung nicht unglücklicher sein können. Die erste Kontersituation nach einem Ballverlust im Mittelfeld von Kade (was schlicht passieren kann), spielten Justvan und Michel einfach grandios aus. Das zweite Gegentor entsteht aus einer eigentlich sehr ungefährlichen Situation, in der aber Sollbauer ein technischer Fehler unterläuft, den Pröger mit überragender Schusstechnik perfekt ausnutzt. Das 0:3 schien zunächst ein Fehler von Akoto zu sein, doch primär war das einfach eine der ersten Situationen, in denen Dynamo in der gegnerischen Hälfte das eigene Pressing nicht mit dem perfekten Timing ausspielte und so die schnellen Paderborner Stürmer auf unsere hohe Kette zuliefen. (Fußnote: Ich habe mir das Spiel nochmal angesehen, meines Erachtens nach hat Akoto übrigens kein schwaches Spiel gemacht. Klar, den Zweikampf vorm 0:3 sollte er gewinnen. Wie viele Paderborner Chipbälle er aber sonst mit seinem Tempo wegverteidigt hat, ist durchaus positiv hervorzuheben.)

    Paderborn und der weitere Spielverlauf

    Dass Dynamo diese Tore so kassiert, lag neben einer großen Portion Pech auch schlichtweg an einem starken Gegner. Dass die individuelle Qualität in jedem Mannschaftsteil Paderborns über der unseren liegt, ist klar. Wie Justvan, Pröger und Michel diese Tore kreieren oder wie Hünemeier Dynamos Flanken in der Box verteidigt, war schon beeindruckend. 

    Dazu kommt, dass Paderborn natürlich auch gesamttaktisch einen kompletten und flexiblen Eindruck macht. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten im Spielaufbau waren sie zum Beispiel immer öfter in der Lage, Dynamos Pressing durch eine tiefe Positionierung der eigenen Sechser ins Leere laufen zu lassen.

    Paderborns Spielaufbau gegen Dynamos Pressing – tiefer 6er bringt Überzahl; Dynamos 8er trauen sich nicht hochzuschieben, da hinten sonst keine Überzahl mehr.

    Genauso agierten sie nach dem 0:3 bis zum Spielende einfach sehr clever. Nachdem zu Beginn des Spiels viele Umschaltaktionen auf beiden Seiten für Gefahr sorgten (und am Ende zum 0:3 führten), bekamen sie immer mehr Kontrolle in ihr Spiel. Situativ zogen sie sich zurück, wenn Dynamo den Ball hatte, was ihnen mehr Zugriff im Zentrum und Absicherung der Tiefenläufe durch die Stürmer der SGD bot. Durch die zwei hoch positionierten, „zockenden“ Stürmer war dabei auch noch gleichzeitig die Kontergefahr stets präsent. Mit Ball überspielten sie Dynamos Pressing entweder mit langen Bällen (meist auch direkt hinter die Kette, wo Sollbauer gegen Michel zum Beispiel einen signifikanten Temponachteil hatte) oder waren in der Lage, durch tiefe 6er (s. oben) und Außenverteidiger Dynamo anzulocken, trotzdem in Überzahl auszuspielen und dann mit Tempo und Vertikalität zu überrumpeln.

    Dagegen half natürlich nach den Gegentoren auch nicht, dass Dynamo nicht in der Lage war, die eigene Intensität gegen den Ball und den eigenen Mut mit Ball aufrechtzuerhalten. Über die Gründe dafür lässt sich spekulieren, sicherlich spielten dabei jedoch sowohl mentale als auch physische Aspekte eine Rolle. Schmidt brachte zwar noch einiges an frischem Offensivpersonal, löste am Ende auch die Restverteidigung etwas auf, jedoch war man über das gesamte Spiel nicht in der Lage, zwingende Dominanz zu erzeugen. Ein paar Chancen waren da, doch der immer besser ins Spiel kommende, sehr clevere Gegner und die eigenen kleinen Unsicherheiten waren am Ende der Grund, warum das Spiel 0:3 blieb.

    Fazit

    Trotzdem war das meines Erachtens eher ein gutes als ein schlechtes Spiel. Es waren ähnlich starke Ansätze wie in den siegreichen Wochen zuvor zu erkennen. Und wenn man in den ersten 30 Minuten vielleicht etwas mehr Glück hat, kann das Spiel auch in eine ganz andere Richtung kippen.

    SGD – FCH: 1:2

    In eine spielerisch deutlich schwächere Phasen kommt Dynamo erst mit dem Spiel in Heidenheim. Jene, die sich darüber noch einmal im Detail informieren wollen, verweise ich auf die zugehörige Podcastfolge des #SGD1953-Podcast. 

    Dynamos Probleme

    Im Großen und Ganzen lassen sich Dynamos Probleme in diesem Spiel jedoch wie folgt zusammenfassen: ein falscher Matchplan, ein extrem abgezockter Gegner und eine unerklärliche Phase der Passivität zum Ende des Spiels.

    Wer sich an das Spiel erinnert, hat vielleicht noch das frühe Tor der Heidenheimer im Kopf. Das kommt vor allem zustande, weil Dynamo zum ersten Mal in der Saison in einen 3412 beginnt. Man merkt in den ersten Minuten, dass die gesamttaktischen Abläufe nicht so rund laufen wie in den Wochen zuvor. Mit Ball fehlt die Präzision, Akoto als linker Außenverteidiger limitiert zudem die offensiven Umschaltbewegungen. Ohne Ball ist das Gegenpressing durch den fehlenden Mann im Zentrum nicht mehr so griffig und effektiv.

    Deswegen stellt Schmidt dann auch schnell wieder auf die gewohnte Rautengrundordnung um. Das bringt sichtlich Stabilität, gerade weil man im Zentrum mehr Zugriff gewinnt und so unter anderem mehr zweite Bälle gewinnen kann. Auch mit Ball sind einige gute Steil-Klatsch-Ansätze zu erkennen, viel Gefahr kann man jedoch nicht erzeugen. 

    Vergleich – Kampf um zweite Bälle – 3412 bringt zentrale Unterzahl.
    Vergleich – Kampf um den zweiten Ball – Raute bringt zentrale Gleichzahl.

    Das liegt wiederum an einem Gegner, der wirklich ausgesprochen clever und komplett agiert. Heidenheim verteidigt mannschaftlich diszipliniert und kompakt und schaltet über Mohr, Kleindienst, Kühlwetter und Malone mit viel Tempo und smarten Laufwegen gefährlich um. Mit Ball überspielen sie Dynamos Angriffspressing und kommen dann im Kampf um den zweiten Ball und im Gegenpressing über ihre brutale Intensität.

    Trotzdem kommt Dynamo noch einmal zurück. Schmidt bringt mit Hosiner einen zusätzlichen Kreativspieler auf den Platz und wechselt mit Vlachodimos zudem eine dynamische Option für Breite und Tiefe ein. Durch die Umstellungen des Trainerteams bekommt die SGD zu Beginn der zweiten Hälfte mehr Zugriff im Pressing und wird zudem präziser im Umschaltspiel. Mit der individuellen Qualität der Angreifer entstehen so einige gute Chancen und am Ende dann auch das 1:1.

    Sehr überraschend wird für mich dann nur das Ende des Spiels. Dynamos Team wird in den letzten 20 Minuten ungewohnt passiv, zieht sich bis an den eigenen Strafraum zurück und schafft keine Entlastung – eigentlich untypisch für Schmidt-Teams, der immer Aktivität als eines der bedeutendsten Prinzipien in den Vordergrund stellt. So rutscht dann am Ende doch noch das 1:2 durch. Vielleicht spielten dabei wieder mentale Aspekte eine Rolle? Ich mag es eigentlich nicht, solche Fragen zu stellen. Für uns Außenstehende ist es müßig, über solche Gründe zu spekulieren. Wir können nur das beschreiben, was taktisch auf dem Platz passiert, für die Hintergründe haben wir zu wenig Einblick. Doch vorstellen könnte ich mir es allemal, mir würde keine andere Erklärung für dieses passive Verhalten einfallen.

    Fazit

    Unabhängig davon verliert Dynamo das Spiel gegen Heidenheim genau aufgrund dieser drei Probleme. Insgesamt war man nicht so extrem unterlegen, gerade nach den wichtigen, richtigen und bemerkenswerten In-Game-Umstellungen des Trainerteams. Am Ende deutete es sich in dieser Partie aber schon an, wo Dynamo noch Verbesserungspotenzial hat: im Ballbesitzspiel.

    SGD – SVD: 0:1

    Genau das war nämlich das große Problem im Spiel gegen Darmstadt, was wir ebenfalls schon einmal ausführlich im #SGD1953-Podcast besprochen haben. Mit der frühen roten Karte und dem Freistoßgegentor durch Kempe entsteht ein Spielverhältnis, was Dynamo strategisch am wenigsten liegt. Darmstadt zieht sich in ein sehr kompaktes Mittelfeldpressing zurück, überlässt Dynamo den Ball und versucht trotzdem immer wieder mit den kompletten und sehr gefährlichen Stürmern Tietz, Honsak und Pfeiffer zu kontern. 

    Nun war Dynamo gefordert, sich Chancen herauszuspielen, war aber nicht in der Lage, den Gegner herauszulocken, um so in die provozierten Chaossituationen zu kommen und daraufhin die Tiefe zu attackieren. Nach anfänglichen Unsicherheiten erkannte man sogar eine 3142-artige Struktur bei der SGD, die das Zentrum für Kombinationen überladen sollte. Für eine kurze Phase hatte man im Rahmen dessen auch einige spannende Steil-Klatsch-Kombinationen dabei. Im Großen und Ganzen wurde aber deutlich, dass Dynamo im kontrollierten Ballbesitz noch die klaren Abläufe fehlen. Dazu kam, dass das Tempo im eigenen Spiel (was meist mit dem Mut korreliert) komplett fehlte. So konnte man sich nur wenige klare Chancen erspielen; zunächst war es schwer, ins letzte Drittel zu kommen, und wenn mal dort war, war man nur in der Lage ungefährliche Durchbrüche auf dem Flügel zu erzeugen, von wo Flanken in der nur unzureichend besetzten Box wenig Gefahr erzeugten.

    Dynamos Ballbesitz im 3142 – zu wenig Spiel in den Block, da dort wenig Anbindung; vielmehr Flügeldurchbrüche, jedoch kein Ertrag.

    Fazit

    In diesem Spiel hat Dynamo gemäß der typischen taktischen Herangehensweise eigentlich nicht viel falsch gemacht. Man kam einfach gegen einen sehr gut eingestellten Gegner in eine sehr unglückliche strategische Ausgangslage, die die noch bestehenden eigenen Schwächen gnadenlos aufdeckte und die eigenen Stärken überhaupt nicht zur Geltung kommen ließ. Somit war das am Ende auf jeden Fall eine verdiente Niederlage (übrigens genauso wie gegen Pauli zwei Wochen später), jedoch keine, die mir persönlich Sorgen bezüglich der Gesamtentwicklung machte.

    Gesamtfazit

    Was nehmen wir nun aus dieser so ernüchternd wirkenden Niederlagenserie mit? Da muss man an dem letzten Satz des vorherigen Abschnitts anknüpfen. Auch wenn es sich auf den ersten Blick anders angefühlt haben dürfte: Hinter allen drei Niederlagen stecken verschiedene Gründe. Gegen Paderborn macht Dynamo eigentlich ein ausgesprochen gutes Spiel, man sieht, wie Schmidt-Fußball komplett sein kann, am Ende hat man aber schlicht absurd viel Pech. Gegen Heidenheim startet Dynamo mit einem falschen Matchplan und wirkt insgesamt etwas verunsicherter als zuvor, kommt aber zwischendurch trotzdem wieder auf eine stabile Basis. Gegen Darmstadt sah man sehr schwach aus, doch das lag primär an dem unglücklichen Spielverlauf.

    Ich glaube, all das kann mal passieren. Denn eine Gemeinsamkeit dieser drei Spiele darf man nicht vergessen: Das waren jeweils absolute Topgegner, gut eingestellt, strategisch komplett und taktisch clever. Da können kleine Unsicherheiten und Ungenauigkeiten schnell zur Niederlage führen. Deswegen mache ich mir jedoch keine großen Sorgen um die mittelfristige Gesamtentwicklung des Teams. Mit etwas mehr Glück hätten wir auch zwei der drei Spiele gewinnen können (sehr optimistisch gesprochen). Das einzige wirklich langfristig bedeutende Problem, das in diesen Partien deutlich wurde, sind Dynamos Limitierungen im Ballbesitz. Doch hier mache ich dann wieder die zwei Perspektiven auf, die wir schon von den anderen Texten kennen: Dass das Problem besteht, steht außer Frage. Doch dass man als Aufsteiger noch nicht komplett ist, ist normal. Für diese Saison kommen genug zu uns passende Gegner, dass wir die nötigen Punkte holen werden. Langfristig muss die Entwicklung aber genau in diese Richtung gehen. Die Basis und die Ansätze sind dafür aber schon jetzt zu erkennen. Und das macht mich optimistisch.

  • SG Dynamo Dresden – SC Paderborn: Spielanalyse

    SG Dynamo Dresden – SC Paderborn: Spielanalyse

    In einem intensiven und emotionalen Pokalspiel gelingt es der SG aus Dresden, den zuvor etwas höher eingeschätzten Zweitligisten aus Paderborn zu schlagen. Nicht unverdient, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Hier ist ein grober taktischer Bericht.

    Eine ausgeglichene erste Hälfte

    Für mich ist es schwierig, die erste Halbzeit dieses Spiels in noch kürzere Phasen zu unterteilen. Zu ähnlich verliefen die gesamten 45 Minuten – auf beiden Seiten. Dynamo und Paderborn starteten in das Pokalspiel mit einem ganz klaren strategischen Fokus: hohes Pressing. Für beide Trainer typisch liefen die Teams den jeweiligen Gegner am gegnerischen Strafraum und – gerade auf Dresdner Seite – mit brutaler Intensität an. Ziel war, direkt Ballgewinne in hohen Zonen zu erzwingen, danach schnell umzuschalten und so Torgefahr zu erzeugen. Ersteres klappte auf beiden Seiten sehr gut.

    Paderborns Pressing

    Zum einen gelang es Dynamo selten, das Spiel geordnet aufzubauen. Das lag zunächst über weite Strecken an dem hohen und mannorientierten Angriffspressing des Gegners. Aus dem nominellen 433 bewegte sich Paderborn in eine 3412-artige Struktur, um die Anspielstationen für Dynamo im 433 1v1 zuzustellen. Dafür rückte der rechte Flügelstürmer Pröger etwas tiefer, um Linksverteidiger Löwe zu kontrollieren. So konnte zudem der Außenverteidiger Schuster auf dieser Seite einrückend agieren, sodass schließlich jedem Einzelspieler ein Dresdner Akteur gegenüberstand.

    Pressingstruktur des SCP – Manorientiertes Angriffspressing.

     

    In Anbetracht der noch bestehenden Limitierungen des Dresdner Ballbesitzspiels unter Schmidt, der jenes selten in den strategischen Fokus stellt und eher auf einfache, direkte Lösungen setzt, war so auf Paderborner Seite nicht einmal große Intensität vonnöten, um Ballgewinne erzielen zu können. Vielmehr führte jene Struktur dazu, dass Dynamo im Aufbau große Abstände zwischen den eigenen Spielern hatte, diese zudem zugestellt waren und damit am Ende häufig nur ein langer Ball blieb. Dabei half die enge Struktur der fünf offensiven Akteure der SGD durchaus das ein oder andere Mal, doch insgesamt konnte man auf Dresdner Seite im Spiel mit dem Ball wenig Strukturiertes beobachten.

    Dynamos Pressing

    Im Gegensatz zu Dynamo ist Paderborn grundsätzlich ein Team, welches durchaus hohen Wert auf spielerische Lösungen in Ballbesitz legt. Das konnte man auch in diesem Spiel beobachten. In einem 343, in dem sich Sechser Schallenberg gerade zu Beginn häufig zwischen die Innenverteidiger fallen ließ, agierte man stets mutig, versuchte stets flache und progressive Kombinationen zu spielen. Gegen das starke Pressing der SGD lief dies aber häufig ins Leere. 

    Auch die SGD lief den Gegner schon an dessen Strafraum an, agierte aber aus dem typischen Mix aus 433 und 4Raute2. Die 4er-Abwehrkette sicherte hinten ab, um gegen die drei Paderborner Stürmer stets in Überzahl zu bleiben. Vorn liefen die drei Stürmer die gegnerischen Innenverteidiger und Sechser an, wobei vor allem im Fokus stand, Schallenberg durch Manndeckung von Daferner aus dem Spiel zu nehmen. Das Spiel sollte so auf die Flügel gelenkt werden, wo dann der ballnahe Achter den Ballführenden anlaufen und das gesamte Team aggressiv zuschieben sollte. Im Gegensatz zum Spiel gegen den HSV setzte man diesen Plan, der hohe Laufbereitschaft verlangte, über weite Strecken, gerade während des sehr intensiven Beginns des Spiels, sehr gut um. Das Anlaufen, Zuschieben und Durchschieben des gesamten Teams und gerade der Mittelfeldspieler wurde mutig und aggressiv ausgeführt und klappte daher letztendlich häufig.

    Pressingstruktur der SGD – Hohes Angriffspressing. Hier interessant: Struktur leicht asymmetrisch dargestellt, da SCP-Aufbau sehr linksfokussiert war und sich Kade daher oft schon optionsorientiert zwischen AV und 6er positioniert hat, um den Anlaufweg zu verkürzen.
    Beispielhafte Pressingszene nach Ball auf AV und Verschieben der SGD.

     

    Probleme bekam Dynamo tatsächlich nur in einigen wenigen Situationen. Paderborn war nur in der Lage, das starke Pressing in zwei Fällen zu überspielen. Einerseits, wenn die SGD individuelle Fehler machte. Passte beispielsweise eine Anlauf- oder Verschiebebewegung nicht zu 100%, kam zu früh oder zu spät, verlor man die Kontrolle. Andererseits, wenn die individuelle Spielstärke des Paderborner Aufbaupersonals aufblitzte. Sechser Thalhammer habe ich in dieser Hinsicht beispielsweise noch im Kopf, der sich einige Male durch kluge Positionierung, Körperfinten und kleine Dribblings dem Druck entziehen konnte. Nichtsdestotrotz: Über weite Strecken passierte das der SGD nicht. Über die gesamte Zeit, gerade in der Anfangsphase, war man vielmehr in der Lage, vielversprechende Ballgewinne mit Perspektive Torgefahr zu erzielen. Doch letzteres klappte nicht. Warum?

    Ungenauigkeit im Ballbesitz

    Die SGD und auch Paderborn agierten in der ersten Halbzeit des Pokalspiels extrem ungenau, wenn man den Ball am Fuß hatte. Sowohl im Umschaltspiel als auch im (nur phasenweise zu beobachtenden) Ballbesitz fehlte schlichtweg Präzision und Timing. Gewann Dynamo den Ball, fand man selten die passende Anschlussaktion. Der Tiefenlauf kam zu früh, der Steckpass zu spät oder das Paderborner Gegenpressing gewann den zweiten Ball. Startete Paderborn eine offensive Umschaltbewegung, verloren auch sie den Ball spätestens vor dem Dresdner Strafraum.

    Bis auf einige wenige Chancen war dieses Pokalspiel in der ersten Hälfte damit insgesamt von hoher Intensität und starkem Pressing geprägt, währenddessen dennoch keine Torgefahr zustande kam. Bis dahin war das ein ausgeglichenes Spiel, auch wenn Dynamo die fehlende Struktur tendenziell eher gelegen haben dürfte als dem Gegner.

    Dynamos verbessertes Umschaltspiel

    In Halbzeit Zwei entwickelte sich dann aber doch etwas mehr Torgefahr – wiederum auf beiden Seiten. Zunächst begann die SGD mit einigen sehr vielversprechenden Chancen. Dafür waren kleinere Anpassungen verantwortlich, die das Dresdner Umschaltspiel deutlich klarer und zielstrebiger machten. Beispielsweise agierte Königsdörffer nun situativ etwas breiter, um den Halbraum hinter der letzten Kette zwischen Innen- und Außenverteidiger besser belaufen und dort seine Dynamikvorteile ausspielen zu können. Insgesamt verbesserte sich Timing und Abstimmung, was in Chancen von u. a. Borrello mündete.

    Entscheidende Paderborner Anpassungen

    Doch auch der SCP war nun häufiger in der Lage, gefährlich vor das Tor von Kevin Broll zu gelangen. Zu Beginn war dies in der immer weiter schwindenden Intensität der Dresdner begründet. Später stellte Trainer Kwasniok auch strukturell einiges um. Nun begann Paderborn, die SGD erst kurz nach der Mittellinie in einer 4231 statt einer 343-Grundordnung anzulaufen. Was bedeutete das?

    Dynamo musste nun das Spiel aufbauen, Paderborn konnte umschalten – die Ballbesitzwerte der SGD müssen Mitte der zweiten Hälfte deutlich höher gelegen haben als zuvor. So verschieb sich der strategische Vorteil in Richtung Westfalen. Problematisch für Dresden und vorteilhaft für Paderborn war dabei, dass Erstere immer noch keine Lösungen für das Spiel mit Ball hatten. Der SCP schloss das Zentrum und wartete ab. Dynamo hatte zwar den Ball, zeigte jedoch keine klare Idee, was sie damit vorhatten. Vielmehr agierte man sehr unruhig und hektisch, schlug viele lange Bälle und verlor diese wiederum sehr schnell.

    Pressingstruktur des SCP #2 – enges Mittelfeld verhindert Dynamos Kombinationen und gewinnt viele zweite Bälle.

     

    So war der SCP in der Lage, den Ball immer häufiger in dem Bereich um die Mittellinie zu gewinnen. Man lockte den Gegner zudem etwas weiter aus den tiefen Ausbauzonen, sodass die Möglichkeiten nun groß waren, über die Stürmer den Raum hinter der letzten Kette und zwischen Abwehr und MIttelfeld der Dresdner zu bekontern.

    Beispielhafte Szene für das potenzielle Kontern des SCP nach Ballgewinn im 4231-MFP.

    In den letzten Minuten stellte die SGD vermutlich auch deswegen, aber vor allem aufgrund fehlender Kräfte nochmal auf ein tieferes Mittelfeldpressing um. Doch auch da gelang es den Paderbornern mit ihrem zielstrebigen und mutigen Ballbesitzspiel, regelmäßig und gefährlich vor das Dresdner Tor zu gelangen. Aus dem 4231 konnte man sich dabei einige Male die Halbräume erschließen und so nach vorn kombinieren.

    Pressingstruktur der SGD #2 – Systematische Darstellung. Die Dresdner 8er standen teils etwas zu hoch, sodass der SCP über dynamische vertikale Kombinationen v. a. in Richtung der zentralen Überladung des Zwischenlinienraums gefährlich werden konnte.

     

    Fazit

    Nichtsdestotrotz: Am Ende trifft Dynamo. Mit wunderbar anzusehenden Aktionen und klugen Läufen der involvierten Spieler schafft man es, in einer etwas schwächeren Phase, das Spiel auf den Kopf zu stellen und so zu gewinnen. Das ist am Ende meines Erachtens nach nicht unverdient, obwohl ich das Spiel insgesamt als durchaus ausgeglichen bezeichnen würde. Gegen einen starken Gegner bleibt bei Dynamo vor allem das smarte und sehr gut umgesetzte Pressing in Erinnerung. Langfristig gilt es, daneben die Schwächen im Ballbesitz im Kopf zu haben.