Kategorie: Arbeitsgemeinschaften

  • Vom Rollenverständnis über Werte und Nutzen zum Zielbild

    Vom Rollenverständnis über Werte und Nutzen zum Zielbild

    In unseren ersten beiden Berichten haben wir die Hintergründe für eine notwendige Neuausrichtung erläutert. Anschließend reflektierten wir die aktuellen Positionen der Fangemeinschaft Dynamo. Dabei verglichen wir den Vereinszweck mit unserer bisherigen Arbeit. Im dritten Schritt unseres Prozesses ging es nun darum, aus diesen Erfahrungen und Erkenntnissen ein neues Zielbild abzuleiten und die folgenden Fragen zu beantworten:

    • Welche Rolle nimmt die FG ein?
    • Wie positioniert sich die FG?
    • Wofür steht die FG?
    • Was will die FG erreichen?
    • Welchen Nutzen und Mehrwert bietet die FG?

    In unserem Workshop wollten wir dabei gemeinsam drei Ebenen betrachten. Im Blickpunkt standen das Rollenverständnis und die Positionierung der Fangemeinschaft Dynamo, der Umgang und die Einbindung von Mitgliedern in die aktive Arbeit des Vereins und die Frage nach dem Nutzen.

    Wie sind wir vorgegangen? Die fünf Fragestellungen ergaben sich aus unserer Retrospektive der Fangemeinschaft Dynamo. Alle Teilnehmer des Workshops erhielten einen Stift und Zettel, um innerhalb von jeweils zehn Minuten einige Stichpunkte zu den Fragen zu notieren. Nach Ablauf der Ideenphase präsentierte jeder Workshop-Teilnehmer seine aufgeschriebenen Gedanken und Stichpunkte den anderen Teilnehmern.

    Welche Ideen und Gedanken aus diesem Arbeitsschritt entstanden sind, stellen wir dir jetzt genauer vor.

    Eine starke Interessenvertretung, aber kein Dachverband

    Als die Fangemeinschaft Dynamo gegründet wurde, war die Rolle der Organisation sehr klar. Wir waren kritischer Interessenvertreter der Fans und wollten eine übergeordnete Plattform gestalten, um die Vielzahl der Dynamo-Fans besser zu organisieren. Fanorganisationen bei anderen Vereinen, die bereits länger existierten, waren dabei ein Vorbild, wie beispielsweise der HSV Supporters Club in Hamburg oder die Fan- und Förderabteilung von Eintracht Frankfurt.

    Die Rolle als Interessenvertreter von Dynamo-Fans haben wir bis heute nicht abgelegt. Wir nehmen regelmäßig am Turnustreffen mit der Geschäftsführung teil. Zudem sind wir bei der bundesweiten Interessengemeinschaft Unsere Kurve mit dabei. Für uns ist diese Interessenvertretung der elementare Kern unserer Existenz. Wir vertreten die Meinung, dass eine Vertretung von Faninteressen immer Bestand haben muss. Insbesondere ist das gerade in Zeiten wichtig, in denen Faninteressen im Fußball zunehmend hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen müssen.

    In der Anfangszeit der Fangemeinschaft Dynamo wurde häufig noch das Ziel proklamiert, einen anerkannten Dachverband für alle Dynamo-Fans aufzubauen. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren haben jedoch gezeigt, dass ein solches Prädikat in unserem Selbstverständnis keine verbindliche Legitimation besitzt. Wir können und wollen nicht immer für alle Fans sprechen. Daher verfolgen wir aktiv nicht den Anspruch, ein Dachverband für alle zu sein. Diese Funktion entsteht letztendlich auch nicht durch eine Selbsterklärung, sondern nur durch gute und erfolgreiche Arbeit über mehrere Jahre.

    Wir sind da für alle Fans der SGD

    Bei Dynamo Dresden spielen Faninteressen im Vergleich zum bundesdeutschen Fußball vielleicht noch eine spezielle Rolle. Wir sind ein Mitgliederverein. Doch diese Errungenschaft wurde über viele Jahre schwer erkämpft und muss auch in Zukunft weiterhin bewahrt und sinnvoll gestaltet werden. Es steht deshalb für uns außer Frage, dass wir weiterhin die Rolle als Interessenvertreter wahrnehmen. Wir tun das im Einklang mit anderen Gruppen der aktiven Fanszene, wie den Ultras Dynamo. Dabei spielt der Konkurrenzgedanke aus unserer Sicht keine Rolle, sondern vielmehr eine sich ergänzende Zusammenarbeit unter Nutzung der jeweiligen Stärken.

    Fans sind in ihrer Ausprägung sehr vielfältig. Im Stadion sind junge und alte Fans dabei, Fanclubs aus Dresden und der ganzen Bundesrepublik, Sitzplatzuschauer und K-Block-Besucher. Sie alle haben ihre eigenen Bedürfnisse und individuelle Vorstellungen vom Fansein. Es ist legitim, dass jeder Fan sein Dynamo-Erlebnis anders gestaltet. Wir vertreten alle diese Fans und sind gern deren Ansprechpartner, sofern ihre Interessen nicht den satzungsrechtlichen Bestimmungen der SGD und der Fangemeinschaft Dynamo entgegen stehen.

    Transparenz und Gemeinschaft prägen unsere Arbeit

    Darüber hinaus sehen wir uns auch als Plattform, um gegenläufige Meinungen zu Dynamo und dem Fußball insgesamt zusammen zu bringen. Wir stehen für einen offenen und transparenten Meinungsbildungsprozess, der auch unpopuläre Standpunkten nicht unterdrückt oder ausschließt. Als Verein unterstützen wir demokratische Willensbildung und hegen den Anspruch, bestehende Differenzen im Dialog miteinander auszugleichen. Wir beziehen uns dabei sowohl auf den Austausch innerhalb der großen Fangemeinde, als auch auf die Gespräche mit Vereinsgremien und der Geschäftsführung.

    Werten wie Transparenz und Offenheit schreiben wir an dieser Stelle eine hohe Bedeutung zu. Wir wollen nach wie vor kritisch sein und Inhalte thematisieren, die wir für die Vereinsentwicklung und eine lebendige Fankultur für wichtig erachten. Unser Agieren ist konstruktiv und kooperativ. Die gemeinschaftliche Zusammenarbeit ist dafür aber immer Voraussetzung. Aufgrund der vergangenen Jahre halten wir es für notwendig, unsere Arbeit auch immer wieder selbst zu reflektieren.

    Nachdem es zuletzt oft an Transparenz fehlte, soll die Arbeit der Fangemeinschaft Dynamo zukünftig aktiver und initiativ erfolgen. Wir möchten dabei auch integrativ und offen arbeiten. Das heißt, dass jeder Fan oder jedes Dynamo-Mitglied willkommen ist, sich in die organiserte Vereinsarbeit einzubringen. Denn nur dann hat die SGD als demokratisch strukturierter und mitgliedergeführter Verein eine Zukunft.

    Was wollen wir erreichen? Ein Zielbild für 2022

    Die zentrale Frage in unserem Workshop-Prozess war natürlich, was wir eigentlich erreichen wollen. In zwei Jahren kann die Fangemeinschaft Dynamo ihren 15. Geburtstag feiern. Daher haben wir uns konkrete Ziele gesetzt, die wir bis 2022 erreichen wollen. Wir orientierten uns bei der Festlegung daran, welche Ziele realistisch sind. Bei der Auswahl mussten wir einerseits die Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigen. Oft blieben Ideen und Projekte auf der Strecke, weil nur einzelne Fans und Mitglieder aktiv das Vereinsleben mitgestalteten. Aufgaben mussten meist von wenigen Schultern getragen werden. Andererseits ergab sich daraus auch die Notwendigkeit, die grundsätzlichen Voraussetzungen in der Fangemeinschaft Dynamo neu zu denken, um Vereinsarbeit effizient und sichtbar zu gestalten.

    Also legten sich die Teilnehmer im Workshop auf die folgenden Ziele fest:

    1. Verdopplung der Mitgliederzahl und Aktivierung von zehn Prozent für die aktive Mitarbeit
    2. Entwicklung und Umsetzung jährlichee Leuchtturm-Projekte

    Die beiden Ziele sind als umfassendes Ziel zu verstehen. Sie erfordern untergeordnet weitere Maßnahmen. Dazu zählen etwa der Aufbau einer sinnvollen Struktur für die interne Zusammenarbeit und die Durchführung von geeigneten Formen regelmäßiger Dialoge mit Fans und Mitgliedern. Unseren Plan für die nächsten 24 Monate haben wir auf den folgenden Schaubildern zusammengefasst.

    Schaubild Ziele 2022

    Dynamo als Mitgliederverein benötigt Mitgestaltung und Engagement

    Im Mittelpunkt der ganzen Betrachtung stand natürlich die Frage im Raum, warum wir als Fangemeinschaft Dynamo weiterhin aktiv arbeiten und wirken möchten. Entscheidend ist letztendlich der Nutzen und Mehrwert, der durch unsere Aktivitäten für die SGD sowie deren Fans und Mitglieder entsteht.

    Durch aktive Fanarbeit soll ein Vereinsleben entstehen, dass abwechslungsreich und nutzerorientiert gestaltet ist. Dynamo lebt als Mitgliederverein vom Engagement seiner Fans und ist vielleicht sogar langfristig darauf angewiesen. Deshalb benötigen wir Diskussionsplattformen, Veranstaltungen und noch mehr persönliche Aktivitäten. Diese können helfen, dass zwischen Fans und Dynamo noch mehr Nähe und Zugehörigkeitsgefühl entsteht, unabhängig von den Spieltagen und Stadionbesuchen.

    Unsere Arbeit soll Mitbestimmung und Mitgestaltung in der Sportgemeinschaft fördern und ermöglichen. Wir sehen Dynamo als demokratischen Mitgliederverein, nicht nur in der unmittelbaren Gegenwart, sondern ebenso in der fernen Zukunft. Unter dieser Maßgabe besitzen Entfaltungsmöglichkeiten für Mitglieder und Fans eine hohe Bedeutung. Wir wollen als Organisation allen die Möglichkeit bieten, ihre Ideen einzubringen, mit anderen Mitgliedern zu diskutieren, um sie dann sinnvoll und gemeinsam zu verwirklichen.

    Einen Mehrwert erkennen wir zudem auch darin, die Gemeinschaft und Einheit zu stärken, indem wir Dynamo als gemeinsame Freitzeitgestaltung erleben. Wenn auch du Interesse hast, diesen Weg mit uns zu beschreiten, kannst du dich über eine Mitgliedschaft in der Fangemeinschaft Dynamo informieren. Gerne stehen wir dir für Fragen zu unserer Arbeit auch vorab zur Verfügung. Nutze unser Kontaktformular auf der Startseite für eine Anfrage. Im vierten Teil stellen wir dir in der neuen Woche dann vor, wie wir konkret arbeiten wollen, um die ausgearbeiteten und formulierten Ziele zu erreichen.

    1. Teil: Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo auf dem Prüfstand

    2. Teil: Retrospektive auf die bisherige Vereinsarbeit

    4. Teil: folgt

  • Retrospektive auf die bisherige Vereinsarbeit

    Retrospektive auf die bisherige Vereinsarbeit

    Unser Prozess der Neuausrichtung begann Ende Februar bei einem Workshop, um die aktuelle Situation der Fangemeinschaft Dynamo zu reflektieren. Im Pressekonferenzraum des Rudolf-Harbig-Stadions blickten wir deshalb zunächst gemeinsam zurück auf die ersten 13 Jahre seit der Gründung. In dieser Retrospektive erstellten wir einen Zeitstrahl mit allen wichtigen Projekten und Aktivitäten seit 2007. Im Anschluss verglichen wir die zur Gründung in der Satzung festgeschriebenen Vereinszwecke mit der tatsächlich geleisteten Arbeit in den vergangenen Jahren.

    Formulierung der Vereinszwecke aus der gebotenen Notwendigkeit

    Jeder Verein hat einen Zweck, der durch Maßnahmen verwirklicht wird. Zur Gründungsversammlung 2007 schrieben auch die Mitglieder der Fangemeinschaft Dynamo in die Satzung, welche Aufgabe der neu gegründete Verein haben sollte.

    Zweck des Vereins ist die Organisation und die Interessenvertretung von Fans der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e.V. (SGD). Der Verein will durch seine Tätigkeit den Fußballsport in seiner ursprünglichen Form fördern und unterstützt dabei die sportlichen Aktivitäten der SGD.

    Diese doch eher allgemein gehaltenen Worte sind rückblickend im Kontext der damals vorherrschende Situation bei der SG Dynamo Dresden und deren Fans zu verstehen. Es gab 2007 einfach keinerlei organisierte und strategische Fanarbeit in der Sportgemeinschaft und auch keine Institution, um Faninteressen gegenüber den Vereinsgremien und Dritten zu vertreten. Aus heutiger Sicht ist das kaum mehr vorstellbar, doch die aktiven Fans hatten damals mit vielen Hindernissen zu kämpfen.

    Der Vereinszweck sollte daher insbesondere verwirklicht werden durch die folgenden Maßnahmen:

    • Aktivitäten zur Bewahrung der traditionellen Fankultur der SGD
    • Koordination und Unterstützung von Fan‐Aktionen (z.B. Choreographien und Zaunfahnen)
    • Organisation von Veranstaltungen mit Spielern und Verantwortlichen der SGD
    • Organisation von Fußballturnieren von und für Fans
    • Organisation von Auswärtsfahrten
    • Förderung eines Gewalt und Rassismus freien, respektvollen und toleranten Miteinanders
    • Integration behinderter Anhänger der SGD

    Vereinsarbeit auf Basis der beschlossenen Aufgaben

    Im Mittelpunkt stand in den Anfangszeiten vor allem der Erhalt der Fankultur bei Dynamo. Das war uns besonders wichtig, da der näher rückende Stadionneubau das bisher bekannte Stadionerlebnis im alten Rund vollkommen neu gestalten sollte. Es galt, die Durchführung von Choreographien in Zeiten von zunehmenden Verboten sicherzustellen. Ebenso lag uns die ausgeprägte Zaunfahnenkultur am Herzen, die auch im neuen Stadion lebendig bleiben musste. Daher unterstützten wir finanzell und personell verschiedene Aktivitäten und mahnten nach ausgesprochenen Einschränkungen der Fankultur bei den Verantwortlichen weniger Repression und mehr Dialog an. Beispielhaft dafür standen zum Beispiel erste regelmäßige Gesprächsrunden mit der Geschäftsführung und die daraus resultierende Erarbeitung der Fancharta sowie das Anbringen von Halterungen für Zaunfahnen an den Stadionmauern im Innenraum.

    Zudem begannen wir mit der Organisation von Veranstaltungen, um das Vereinsleben anzukurbeln. Bei Pokerturnieren oder unserem SGD-Cup kamen Fans miteinander ins Gespräch. Zusätzlich luden wir ehemalige Spieler zu unseren ersten Legendenstammtischen ein und brachten so Teile der ruhmreichen Geschichte der SGD wieder zurück in die Erinnerung. Ein erster bedeutsamer Meilenstein war die Verabschiedung einer gemeinsam ausgearbeiteten Fancharta. In dem Papier wurden gegenseitig zu achtende Rahmenbedingungen für Fans und Geschäftsführung formuliert, um einen Ausgleich zwischen Fankultur und Kommerzialisierung zu schaffen.

    Aus unserer Sicht ebenso wichtig war das klare Bekenntnis für ein respektvolles Miteinander im Verein sowie das klare Einstehen gegen jede Form der Gewalt, der Diskriminierung und gegen Rassismus. Hinzu kam die Forderung zur Einrichtung einer festen Ansprechperson. Sie sollte sich speziell um die Belange von Fans mit Behinderung kümmern. Mittlerweile gibt es diese Stelle bereits seit mehreren Jahren in der Fanabteilung.

    Vereinszweck dem Wandel anpassen

    Zusammenfassend konnten wir in unserem Workshop ein positives Verhältnis von Vereinszweck und tatsächlichen Aktivitäten ausmachen. Die mit der Gründung und dem Aufbau der Fangemeimschaft Dynamo gestellten Aufgaben wurden weitestgehend erfüllt. Daher mussten wir in unserem Rückblick auf der Grundlage aller Erfahrungen und Erkenntnisse den Vereinszweck nicht gänzlich infrage stellen. Allerdings war auch klar, dass die Entwicklung der Fangemeinschaft Dynamo gerade in den letzten Jahren kaum noch den Anspruch der Gründungsphase entsprach. Zudem professionalisierte sich die SGD schrittweise, nicht nur in der Fanarbeit. Auch die Fanszene und die aktive Mitgliedschaft durchlebten einen Wandel mit vielen Umbrüchen.

    Deshalb nahmen wir nach einem spannenden und umfangreichen Rückblick alle einen Zettel und Stift in die Hand. Die Aufgabe bestand darin, verschiedene Fragestellungen zu beantworten. Zunächst einmal völlig losgelöst von realistischen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmer am Workshop schrieben auf ihre Zettel, welche Rolle und Position die Fangemeinschaft Dynamo in der Zukunft im Umfeld der SGD einnehmen kann. Im zweiten Schritt stand die Frage im Raum, welche Werte wir als dynamische Organisation vertreten. Daran knüpften Überlegungen an, was wir mittelfristig als Ziel erreichen wollen. Und weil wir natürlich unsere ehrenamtliche Arbeit und unsere Angebote nicht zum reinen Selbstzweck durchführen, beschäftigten wir uns damit, welcher Mehrwert und Nutzen durch die Fangemeinschaft Dynamo entstehen kann – sowohl für den Verein als auch für seine Mitglieder und Fans.

    Gut vier Stunden nahmen wir uns im Workshop die Zeit, um viele Ideen und Gedanken aufzuwerfen und zu notieren. Alle Teilnehmer waren sehr eifrig bei der Sache. Deshalb setzten wir am späten Abend kurz vor Mitternacht einen zweiten Termin zur Fortsetzung des Findungsprozesses an. Am Wochenende werden wir euch die ersten konkreten Inhalte und Ergebnisse dieser gemeinsamen Arbeit präsentieren.

    1. Teil: Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo auf dem Prüfstand

    3. Teil: Vom Rollenverständnis über Werte und Nutzen zum Zielbild

  • Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo auf dem Prüfstand

    Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo auf dem Prüfstand

    In den vergangenen Wochen hat eine kleine Gruppe von Mitgliedern über die zukünftige Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo im Umfeld der Sportgemeinschaft nachgedacht.

    Prozess zur Zukunft der Organisation

    Ausgangspunkt waren Gespräche zwischen unseren Mitgliedern auf Stammtischen, die wir bereits Ende des letzten Jahres durchgeführt haben. Anfang Februar folgte daher die Einladung an interessierte Mitglieder der Fangemeinschaft Dynamo, an einem Workshop teilzunehmen. Das Ziel des Workshops war es, gemeinsam den Status als Organisation zu reflektieren und zu bewerten. Anschließend ging es in den Diskussionen um Gedanken zur Zukunft der Fangemeinschaft Dynamo.

    Wir wollen dich auf unserem Weg der Selbstreflektion und Neuausrichtung mitnehmen und über den angestoßenen Prozess informieren. Du bekommst so einen Einblick in unsere Arbeit. Im ersten Beitrag beleuchten wir die Gründe, weshalb wir jetzt über die Weiterentwicklung unserer Organisation neu befinden.

    Im Wandel der Zeit: Oppostion und Unterstützer

    Als die Fangemeinschaft Dynamo im Mai 2007 gegründet wurde, stand es um den Verein Dynamo Dresden alles andere als gut. Sportlich dümpelte die SGD in der drittklassigen Regionalliga herum. Wirtschaftlich standen im Zusammenhang mit dem geplanten Stadionneubau logistische und finanzielle Herausforderungen an. Die Bekanntgabe von roten Zahlen im Saisonetat gehörte zur Tagesordnung. Zudem befand sich die Fanszene in einem schweren Konflikt mit Vereinsgremien, die permanent Repressionen aussprachen. Die Fangemeinschaft Dynamo übernahm damals die Funktionen einer vereinskritischen Opposition und Interessenvertretung der Dynamo-Fans. Die Anfangszeit war geprägt durch vereinsinterne Auseinandersetzungen. Die Auflösung dieser Spannungsfelder und Differenzen bestimmte daher zunächst die Ausrichtung der FG in den ersten zwei Jahren.

    Ab 2009 begann bei Dynamo Dresden ein Prozess, der bis heute anhält. Fortan setzte bei der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat ein Umdenken ein, sowohl finanziell als auch fanpolitisch. Es sollte einerseits nur noch das Geld ausgegeben werden, das auch eingenommen wurde. Erfolg um jeden Preis stand nicht mehr auf der Agenda des Vereins. Als Indikator für diese positive Entwicklung steht beispielshaft die jährliche Erteilung der Lizenz für den Spielbetrieb. Anders als in der Vergangenheit müssen bereits seit Jahren keinerlei Bürgschaften mehr für die Finanzplanung einer Saison vorgelegt werden.

    Ausbau der Fanarbeit und Dialog

    Auch das Verhältnis zwischen Vereinsgremien und Fans verbesserte sich spürbar. Die Einführung eines regelmäßigen Dialogs im Turnustreffen förderte das Miteinander. Die direkte Entsendung von Vertretern in den Aufsichtsrat half dabei, die Bedürfnisse von Fans abzubilden und Faninteressen in der Vereinsarbeit zu berücksichtigen. Der gegenseitige Austausch ist mittlerweile zu einem elemantaren Bestandteil unseres Vereins geworden, um Mitgestaltung sowie Mitbestimmung zu sichern. Der Ausbau der hauptamtlichen Fanarbeit ab 2011 gehört ebenfalls zu dieser positiven Entwicklung.

    In diesem Umfeld wandelte sich die Ausrichtung der Fangemeinschaft Dynamo als Organisation. Statt Opposition und Konfliktlösungen standen nun die Sicherung und die unterstützende Begleitung der Vereinsarbeit im Vordergrund. Zudem gab es innerhalb der FG ständige personelle Umbrüche und Zeiten der Selbstbeschäftigung. Nicht selten überlagerten unsichtbare administrative Aktivitäten zur Aufrechterhaltung der Vereinsorganisation die sichtbare Projektarbeit. Irgendwann kam folgerichtig die Frage auf, sowohl von außen als auch innerhalb der Fangemeinschaft Dynamo, wo denn unser Weg hinführen soll. Und ob wir eine solche Organisation im Umfeld von Dynamo überhaupt noch benötigen.

    Erarbeitung eines Zielbildes für 2022

    Um diese Fragen zu beantworten, haben wir im Februar mit einem Teil unserer Mitglieder einen ersten Workshop im Stadion durchgeführt. Dort stellten wir uns weitere Fragen:

    • Welche Rolle nimmt die FG ein?
    • Wie positioniert sich die FG?
    • Wofür steht die FG?
    • Was will die FG erreichen?
    • Welchen Nutzen und Mehrwert bietet die FG?

    Ziel dieser gemeinsamen Runde war die Erstellung eines Zielbildes für die nächsten zwei Jahre. 2022 feiert die Fangemeinschaft Dynamo ihren 15. Jahrestag. Wir finden, dass dieses kleine Jubiläum ein guter Anlass ist, um sich neue Ziele zu setzen.

    In den nächsten Tagen wollen wir euch die Ergebnisse unserer Arbeit in den letzten Wochen genauer vorstellen. Und wenn ihr euch an dieser Stelle die Frage stellt, was denn die Fangemeinschaft Dynamo bisher überhaupt gemacht hat, dann schaut doch mal auf unseren Zeitstrahl, in dem wir die wichtigsten Meilensteine unserer bisherigen Geschichte seit 2007 zusammengefasst haben.

    2. Teil: Retrospektive auf die bisherige Vereinsarbeit

    3. Teil: Vom Rollenverständnis über Werte und Nutzen zum Zielbild

  • Vernetzung für Dynamo-Fans mit Behinderung

    Vernetzung für Dynamo-Fans mit Behinderung

    Im März entstand bei einer Fanversammlung im Dynamo-Stadion die Idee zu einer kleinen Gemeinschaft, die sich für die Belange von Fans mit Behinderung einsetzt. Im Mai wurde deshalb eine Arbeitsgemeinschaft für Fans mit Behinderung gegründet. Deren Ziel ist es, die Wünsche und Bedürfnisse von Fans, die mit einer Einschränkung leben müssen und das Stadion besuchen, wirksamer bearbeiten und deren Interessen vertreten zu können. Mit Maria Einhorn hat der Verein auch eine Fanbeauftragte, die durch diese Arbeitsgruppe unterstützt werden soll.

    Ein verbessertes Blindenleitsystem im Stadion, eine Kartenbörse für Rolli-Fahrer, passende Plätze für Begleitpersonen, die Problematik der stehenden Fans im Umlauf der Hornbach-Tribüne, die Verstärkung von Hörschleifen, ein barrierefreies Dynamo-TV sowie die Möglichkeit für Gehörlose, durch das Zeigen auf Symbole am Verkaufsstand im Stadion eine Bratwurst oder Bier zu bestellen, sind erste Gedanken, über die sich die Teilnehmer bei den ersten Treffen der Arbeitsgruppe ausgetauscht haben.

    Die Gründe für eine solche Gemeinschaft sind vielfältig. Sie soll dazu beitragen, dass Fans mit Behinderung in der Sportgemeinschaft eine bessere Wahrnehmung erhalten, ohne die Interessen der betroffenen Anhänger gegenüber anderen Fangruppen zu erhöhen.

    Im alltäglichen Stadionbetrieb kommt es immer noch vor, dass die Rücksichtnahme untereinander nicht gerade dem Anspruch einer Gemeinschaft genügt. In der AG können die Fans nun ihre Vorstellungen bündeln und als unmittelbar Betroffene auch an Lösungen mitwirken. Als Fangemeinschaft Dynamo hoffen wir, dass sich daraus eine fruchtbare Teilhabe am Vereinsleben entwickelt und Maria in ihrer Arbeit als Beauftragte für Fans mit Behinderung wesentlich unterstützt wird, vor allem auch in der Durchsetzung von Wünschen und Lösungsoptionen.

    Die Arbeitsgemeinschaft dient außerdem als gut vernetzter Anlaufpunkt für interessierte und betroffene Fans. Aus allen Anspruchsgruppen sind kompetente und erfahrene Fans in der AG versammelt, um zu informieren und aufzuklären. Wer Interesse hat, in der AG mitzuwirken, kann sich gerne melden. Schreibt uns einfach eine E-Mail für mehr Informationen.

  • AG-Gründung für Fans mit Behinderung

    AG-Gründung für Fans mit Behinderung

    Im Fanhaus auf der Löbtauer Straße fanden sich am Montagabend mehrere Dynamo-Fans zusammen, um eine Arbeitsgruppe für Fans mit Behinderung zu gründen. Die Idee und Initiative zu dieser kleinen Gemeinschaft entstand am 4. März bei der Fanversammlung im Dynamo-Stadion. Interessierte Fans hatten sich damals in eine Liste der Fangemeinschaft Dynamo eingetragen, nun folgte die Einladung der FG zur ersten Zusammenkunft. Neben drei Vorstandsmitgliedern war auch Maria Einhorn dabei. Maria ist als Beauftragte für Fans mit Behinderung in der Fanabteilung des Vereins tätig.

    Die neue Arbeitsgruppe soll künftig die Belange von Fans mit Behinderung wirksamer bearbeiten und deren Interessen vertreten. Nachdem Maria einen kurzen Einblick in die akuellen Themen und deren Bearbeitungsstand gab, wurde in kleiner Runde darüber diskutiert, in welcher Form sich die AG treffen kann und welche Schwerpunkte in der gemeinsamen Arbeit eine Rolle spielen können.

    Ein verbessertes Blindenleitsystem im Stadion, eine Kartenbörse für Rolli-Fahrer, passende Plätze für Begleitpersonen, die Problematik der stehenden Fans im Umlauf der Hornbach-Tribüne, die Verstärkung von Hörschleifen, barrierefreies Dynamo-TV sowie die Möglichkeit für Gehörlose, durch das Zeigen auf Symbole eine Bratwurst oder Bier zu bestellen, sind erste Gedanken, über die sich die Teilnehmer des Treffens ausgetauscht haben.

    Die Gründe für eine solche Arbeitsgruppe sind vielfältig. Sie soll dazu beitragen, dass Fans mit Behinderung in der Sportgemeinschaft eine bessere Wahrnehmung erhalten, ohne die Interessen der betroffenen Anhänger gegenüber anderen Fangruppen zu erhöhen. Im alltäglichen Stadionbetrieb kommt es jedoch immer noch vor, dass die Rücksichtnahme untereinander nicht gerade dem Anspruch einer Gemeinschaft genügt. In der AG können die Fans nun ihre Vorstellungen bündeln und als unmittelbar Betroffene auch an Lösungen mitwirken.

    Als Fangemeinschaft Dynamo hoffen wir, dass sich daraus eine fruchtbare Teilhabe am Vereinsleben entwickelt und Maria in ihrer Arbeit als Beauftragte für Fans mit Behinderung wesentlich unterstützt wird, vor allem auch in der Durchsetzung von Wünschen und Lösungsoptionen. Die Arbeitsgemeinschaft dient außerdem als gut vernetzter Anlaufpunkt für interessierte und betroffene Fans. Aus allen Anspruchsgruppen sind kompetente und erfahrene Fans in der AG versammelt, um zu informieren und aufzuklären. Interessierte Fans sind herzlich willkommen, aktiv mitzuarbeiten. Schickt uns einfach eine E-Mail.