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  • Gegneranalyse: FC Erzgebirge Aue

    Gegneranalyse: FC Erzgebirge Aue

    Am Sonntag steht der SGD das Sachsenderby gegen den FC Erzgebirge aus Aue bevor. Was erwartet Dynamo im Schacht? Ich habe mir den Gegner einmal intensiver angesehen, sodass wir dessen Spielweise unter Timo Rost hier mal tiefgründiger aufschlüsseln können.

    Strategie, Denkweise, Personal, Kontext

    Der Saisonstart der Auer lief denkbar schlecht. Dem Abstieg aus Liga 2 folgte ein noch größerer Umbruch als der der SGD. Mit Timo Rost verpflichtete man einen Aufstiegstrainer aus Bayreuth, der gleich einige Spieler aus dieser Region mitzubringen schien.

    Rost ist ein Trainer, der für Arbeiterfußball steht. Er fokussiert sich bewusst auf das Spiel gegen den Ball und stellt die Aspekte Kampf, Leidenschaft und Dynamik in den Vordergrund aller Spielphasen.

    Mit einem risikoreichen Ansatz inklusive zahlreicher Offensivspieler holte Aue unter Rost zu Saisonbeginn jedoch nur zwei ganze Punkte. Erstaunlicherweise warf er zum Spiel gegen den FC Saarbrücken schon nach vier Spielen alles über den Haufen und orientierte sich entlang dem in Situationen von Unsicherheit im Fußball häufig gewählten Prinzip: Die Rückkehr zum Einfachen bringt Stabilität und Sicherheit. Werfen wir einmal einen Blick auf diese beiden Auer Herangehensweisen.

    Aues Grundordnung – Offensives 4132 zu Saisonbeginn.
    Aues Grundordnung – Klassisches 442 für Sicherheit.

    Muster im Spiel mit dem Ball

    Das typische Ballbesitzspiel unter Timo Rost folgt zwar wenigen, aber klaren Mustern. Egal ob ein klares 4132 oder eher 442-artigen Staffelungen – es geht immer um Direktheit und Tiefe anstelle von Verspieltheit und Breite. Dafür wird die ballnahe Seite extrem überladen und stets die Dynamik gesucht.

    Die Spieleröffnung aus einem ruhenden Ball läuft meist durch die flache 4er-Kette bis auf die Außenverteidiger. Diese werden nun mit viel Personal auf engem Raum unterstützt. Zahlreiche Zentrumsspieler bieten sich flexibel in den Schnittstellen des Gegners an und versuchen, die Situation aufzulösen und anschließend schnell zu verlagern. Gleichzeitig bieten die beiden Stürmer stets auch flexible Tiefenläufe an. Denn: Wenn der schnellste Weg zum Tor offen ist, wird er auch mit einem langen Ball gesucht. Insbesondere in Spielphasen von Unsicherheit greift Aue dementsprechend darauf zurück – entweder über einen Chip in die Tiefe oder an die letzte Kette, die durch die Vielzahl an hohem Personal quantitativ stark besetzt ist.

    [Beispielszene] Aues Spieleröffnung – Pass auf AV, Schnittstellen plus Tiefe.
    Im Übergangsspiel gelten bei Aue wiederum die Tendenzen der flexiblen Flügelüberladungen, die aufgelöst und in Flanken oder in Verlagerungen auf den ballfernen Außenverteidiger enden sollen. Dieser kann dann wiederum in die Box flanken – dies ist das Auer Mittel der Wahl in der Chancenerarbeitung. Sehr früh orientieren sich viele Offensivspieler in die Box und versuchen, eine Flanke zu verwerten.

    [Beispielszene] Aues Übergang – Flügelüberladung (1), AV als Verlagerungsoption (2), frühe Boxorientierung (3), Flankenfokus.
    Dies sind nun keine super komplexen Mittel im Offensivspiel, sind aber definitiv genauso legitim wie andere. In einigen Phasen der letzten Spiele sah das bei Aue sogar ziemlich gut oder zumindest sehr ordentlich aus. Über weite Strecken hat der FCE aber ein großes Problem: Die Sauberkeit. Die Grundideen passen, doch die ganzen Details stimmen häufig nicht. Oft ist das Positionsspiel sehr unsauber, sodass dem Ballführenden nur der lange Ball als Anspieloption bleibt. Im Kombinationsspiel passen zudem die Passqualität und das entsprechende Timing selten zusammen. Insgesamt geht Aue auch ein reifes Rhythmusgefühl im eigenen Spiel ab. Immer wieder sucht man sofort die Vertikale, wenngleich man dabei häufig nicht gut genug darauf vorbereitet ist. Damit ist das Auer Spiel alles in allem durch viel Stückwerk und vor allem individuell gute Lösungen aus Drucksituationen geprägt.

    Muster im Spiel gegen den Ball

    Gegen den Ball agiert Aue unter Timo Rost mit einem hohen Grad an Mannorientierung über das ganze Feld. Dabei geht man bewusst große Risiken ein, steht mit der letzten Linie sehr hoch und verschiebt ebenso extrem auf die ballnahe Seite.

    Ruhende Bälle stellt man direkt mannorientiert zu, auch wenn das bedeutet, dass beispielsweise ein nomineller Außenverteidiger bis weit in den 6er-Raum schiebt. Sowohl im Angriffs- als auch Mittelfeldpressing agiert man aus einem klaren 4132, aus dem man den Gegner klassisch auf eine Seite lenkt und dort mannorientiert zuschiebt.

    [Beispielszene] Aues Angriffspressing – klares 4132, hohe Mannorientierung, AVs im Zentrum, 1v1 an letzter Kette.
    Während Rost dabei eine hohe Intensität einfordert und die Auer diese bisher auch weitgehend ordentlich aufs Feld gebracht haben, ergeben sich in diesem Pressing einige Probleme:

    Zum einen ist da die grundsätzlich sehr hohe Positionierung zu nennen, deren Risiko zudem durch das häufige 1v1 an der letzten Kette und ungenügendes Durchsichern und Rückzugsverhalten der Außenverteidiger verstärkt wird. Zumal insbesondere die Auer Innenverteidiger und 6er (Nkansah, Sorge, Taffertshofer) große individuelle Probleme hinsichtlich ihrer Beweglichkeit und Dynamik haben. So werden beispielsweise auch lange und zweite Bälle zum Problem, wenn die zentralen Räume nicht schnell genug geschlossen werden und dazu noch einige Mittelfeldspieler nicht die stärkste Physis und Intensität mit auf den Platz bringen (Stefaniak, Schreck).

    Oft ist Aues Pressing auch strukturell sehr wild. Balldruck und mannorientiertes Verfolgen ist wichtig und richtig, doch auch hier stimmt oft die Abstimmung und Sauberkeit nicht. Beispielsweise passiert es teils, dass plötzlich zwei oder sogar drei Spieler auf den Ballführenden wild durchpressen und dadurch große Räume im Rücken aufgehen. Auch auf einen 3er-Aufbau schieben die Auer weiträumig mannorientiert durch, ohne das Zentrum ausreichend schließen zu können. Gerade im 6er-Raum gerät Aue oft durch solche unpassenden Abläufe in Unterzahl, was angesichts der fehlenden Dynamik eines Taffertshofers verheerend sein kann.

    Muster im offensiven Umschalten

    Gelingt den Auern dennoch mal ein Ballgewinn, können sie über ein direktes Umschaltspiel sofort gefährlich werden. Der erste Blick geht immer tief, ähnlich wie im organisierten Ballbesitz starten einige Offensivspieler sofort in die Tiefe. Das kann vor allem gefährlich werden, da Aue häufig mit zwei oder sogar drei hoch bleibenden Spielern auf einen solchen Konter zockt. Manchmal fehlt dabei zwar eine kluge Gegenbewegung und Klatschoption. Insgesamt ist das offensive Umschalten aber die Spielphase, in der Aue am meisten Gefahr ausstrahlt.

    Muster im defensiven Umschalten

    Auch für das Umschalten nach Ballverlust stellt die grundsätzlich sehr enge ballnahe Struktur eine gute Ausgangssituation für Aue dar. Das aktive Gegenpressing läuft bisher aber dennoch eher vereinzelt und inkonstant. Problematisch ist vor allem die Restverteidigung, die der Gegner nach dem Lösen aus dem Gegenpressing oder nach Ballgewinnen außerhalb der hohen Struktur attackieren kann. Bei fünf hohen Angreifern und zwei offensiv denkenden Außenverteidgern im 4132 hat man schon strukturell wenig Zugriff auf die Räume dahinter. Dazu steht man wiederum häufig sehr hoch, wild strukturiert und 1v1 in der letzten Kette – die sich zudem nicht primär durch Dynamik und Beweglichkeit auszeichnet. Das Rückzugsverhalten der Angreifer lässt häufig ebenso zu wünschen übrig.

    [Beispielszene] Aue in Ballbesitz – Restverteidigung sehr riskant.

    Die Sicherheitsalternative

    Angesichts dieser zahlreichen Probleme und Unsauberkeiten sowohl mit als auch gegen den Ball, die vor allem die Details des taktischen Plans betreffen, ist der schwache Auer Saisonstart durchaus nachzuvollziehen. Dennoch kam es in der letzte Woche überraschend, dass Trainer Timo Rost für das Spiel gegen Saarbrücken viele dieser Abläufe schon zu Saisonbeginn komplett über den Haufen warf.

    Für Sicherheit und Stabilität beschränkte er das Auer Spiel auf ein simples, klassisches, eigentlich mehr raumorientiertes 442-Mittelfeldpressing. Mit Ball ging es ausschließlich um lange und zweite Bälle, um so schnell wie möglich in die Tiefe zu kommen und/ oder zumindest Standards zu erhalten.

    Zwar holte man damit ein Unentschieden gegen einen grundsätzlich starken Gegner und hätte das Spiel eventuell mit einer sehr guten Chance sogar gewinnen können; doch wirklich stabil schien auch dieses Konstrukt nicht zu sein. Schon rein strukturell hatte Saarbrücken sowohl im klassischen 433 als auch im situativen 3er-Aufbau überall Überzahl. Zudem konnte man das immer noch sehr mannorientierte Denken der Auer durch kluge Raum-ziehende Bewegungen vergleichsweise einfach ausnutzen, um Räume im Zentrum zu öffnen. Letztlich hätte man diese vielversprechende Ausgangslage schlicht nur zielstrebig und konsequent ausspielen müssen.

    [Beispielszene] Aues Pressing – mannorientiert gegen 316, Gegner hat überall Überzahl.

    Fazit

    Wenngleich es dem FCS in der letzten Woche nicht gelang, wird genau das sie Aufgabe der SGD sein. Gelingt es, dem Gegner das eigene Spiel selbstbewusst über die gesamten 90 Minuten aufzudrücken, sollte einem dieser genug Möglichkeiten zur Torerzielung bieten – gleich welche Herangehensweise die Auer dieses Mal wählen werden. Ob das in einem emotional aufgeladenen Derby genau so funktioniert, werden wir am Sonntag beobachten können.

  • SG Dynamo Dresden – FC Erzgebirge Aue: Spielanalyse

    SG Dynamo Dresden – FC Erzgebirge Aue: Spielanalyse

    Gegen den FC Erzgebirge Aue verfolgt die SGD eine ähnliche Strategie und Struktur wie zuletzt. In einem Spiel, das dieses Mal nicht über Intensität sondern über viel eigenen Ballbesitz zu gewinnen war, reicht diese jedoch nicht einmal annähernd für einen Sieg. Schauen wir uns Dynamos Idee und die Gründe für deren Scheitern noch einmal an.

    Die Ausgangslage

    Mit Aue stand Dynamo an diesem Wochenende ein Gegner gegenüber, der auf dem Papier keineswegs stärker als die Dresdner sein sollte – sowohl individuell als auch gesamttaktisch. Auf jeden Fall weiß man aber bei Aue, was man bekommt. In einem klassischen Mittelfeldpressing (4231, 442, 4141, macht keinen großen Unterschied) versucht der FCE defensiv stabil zu stehen. Für Torgefahr wird auf dieser Basis dann der Fokus auf einfaches und direktes Spiel in die Spitze (vertikales Konterspiel, lange und zweite Bälle) und gefährliche Standards gelegt.

    Wenngleich dieses Derby für beide Teams punktetechnisch keinerlei Relevanz hatte, war es dennoch insbesondere für Dynamo ein Gradmesser. Es galt, Selbstvertrauen für die anstehenden Relegationsspiele aufzubauen, gerade gegen einen Gegner, der zumindest bezüglich seiner strategischen Herangehensweise dem ebenso einfachen und defensivdenkenden Kaiserslautern ähnlich kommt. Insofern hatte das Spiel also auch eine gewisse Relevanz hinsichtlich der taktischen Entwicklung der SGD.

    Nach Wochen der Unsicherheit, denen Trainer Capretti mit einem klaren Fokus auf Stabilität und Simplizität entgegnete, erwartete ich schon letzte Woche gegen den KSC eine Rückkehr und Weiterentwicklung seiner ursprünglichen, aktiven und ballbesitzfokussierten Ideen. Gegen Kaiserslautern wird das Spiel mit Ball schließlich entscheidend sein. Ähnlich war nun auch das Derby eine Partie, indem Dynamo gegen einen primär defensiv denkenden Gegner das Spiel über viel eigenen Ballbesitz gestalten musste. Doch das funktionierte nicht annähernd erfolgreich – und war damit auch Hauptgrund für die verdiente Niederlage.

    Dynamo mit dem Ball

    Dynamo agierte in diesem Spiel weiterhin aus der 3412-Grundordnung der letzten Wochen. Für intensives Spiel mit hohem Fokus auf lange und zweite Bälle passt diese Struktur, für die zahlreichen Ballbesitzphasen gegen den kompakten und gut verschiebenden Auer Block jedoch überhaupt nicht.

    Die enge 3er-Kette hatte gerade zu Spielbeginn viel freie Zirkulation. Doch nur in ganz wenigen Szenen ergaben sich sinnvolle progressive Passwinkel. Mit fünf Aufbauspielern im Zentrum und den entgegenkommenden Flügelverteidigern hatte Dynamo viel zu viel Personal außerhalb des gegnerischen Blocks, zumal jene drei Stürmer (plus die Sechser) durch ihre Würfel5-Staffelung leicht von Aues Verteidigern mannorientiert aufgenommen werden konnten.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Grundlegendes Positionsspiel wird leicht aufgenommen und bietet wenig Passwinkel.
    In der Theorie ergeben sich mit einem 3er-Aufbau bei klugem Positionsspiel insbesondere viele Wege in die Halbräume zwischen den Linien. Diese waren jedoch mit einer solchen 12-Struktur im Angriff schon nominell nicht besetzt – und wurden auch selten klug belaufen. Oft wurden sie gar nicht besetzt. Wenn doch, lief es so: Wenn ein Halbverteidiger in Ballbesitz war, rückte meist einer der beiden Mittelstümer Dynamos auf die Halbspur. Selten kamen Daferner oder Drchal aber weit genug und mit passendem Timing entgegen, sondern erkannten diese Situationen meist zu spät/ gar nicht und positionierten sich stattdessen eher nah an der letzten Linie. Daher wurden sie selten direkt angespielt oder konnten den gespielten Ball aufgrund technischer Schwächen (erster Kontakt) und dem dort höheren Druck nicht festmachen und weiterleiten.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Es fehlt die Halbraumbesetzung zwischen den Linien.
    Gleichzeitig wurde der direkte Passweg in den Halbraum oft von der wilden Positionierung der beiden Sechser Will und Akoto zugelaufen. Oft rückten diese bei tiefer Zirkulation ebenfalls auf die ballnahe Halbspur (und standen so im Weg). Dort konnten sie zwar meist angespielt werden, hatten aber nur eine Anschlussoption. Da sie ohne Dynamik und mit Rücken zum Tor agierten und dabei noch mannorientiert verfolgt wurden, blieb ihnen nur der bloße Weg zurück.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – HIV Sollbauer fehlen aufgrund des schwachen Positionsspiels Passoptionen, Akoto kommt tief, schließt den Weg in höhere Zonen, ist wegen Körperstellung und fehlender Dynamik jedoch keine sinnvolle Option. Aue isoliert gut und erzwingt einen langen Ball.
    Zum Ende der zweiten Hälfte rückte insbesondere Paul Will auch ab und an mal etwas höher, um zwischen den Linien eventuell aufdrehen zu können. Doch auch das schaffte er in den wenigen Szenen nicht schnell und sauber genug und/ oder er wurde nicht angespielt oder schnell zugeschoben. Gleichzeitig hätte auch der ballferne Sechser von Dynamo besser genutzt werden können, indem er zum Beispiel klarer ins Zentrum rückt und so eine weitere Klatschoption bietet. Doch auch dessen Positionierung blieb über weite Strecken des Spiels unbrauchbar.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Will rückt in den höheren Halbraum, schließt damit den Passweg zu Daferner. Hier passt es, weil Daferner das erkennt. Dann dreht Will aber nicht sauber und schnell genug auf.
    Das Fehlen passender Passwinkel hatte zudem auch viel mit der 3er-Kette im Aufbau zu tun. In vielen Szenen verpassten sie es, anzudribbeln und so die Zuordnungen des gegnerischen Blocks durcheinanderzubringen. Insbesondere nach Verlagerungen fehlte außerdem häufig das Gefühl dafür, das Spiel durch schnelles Passspiel (oder eben Andribbeln) zu beschleunigen. So konnte Aue entspannt im Traben verschieben, ohne die Kompaktheit zu verlieren. Interessanterweise agierte zudem Halbverteidiger Löwe deutlich weiter zentral als Sollbauer auf der anderen Seite. Vereinzelte Szenen zeigen, warum sich das Trainerteam vermutlich dafür entschieden hat.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Löwe steht eng und zieht somit den 10er heraus, bespielt man den Halbraum kann man so auf den freien 6er Will klatschen lassen. (Vielleicht war das ein Grund für die asymmetrische Position Löwes.) Hier kommt Daferner aber zu spät und nicht weit genug kurz, verarbeitet den Ball zudem nicht sauber (siehe oben). Warum übernimmt das nicht Weihrauch, während Daferner stattdessen den Tiefenlauf aus dem Zentrum macht?
    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Will rückt heraus, Akoto schiebt auch breit, Passweg zu Weihrauch geht auf. Löwe spielt aber nicht. Oft hat für diesen Pass zudem die Positionierung zwischen den Linien nicht gestimmt. Außerdem ist der Pass so riskant, kommt der nicht präzise, dribbelt Aue frei auf die letzte Kette (eigentlich müsste der ballferne 6er Akoto zentral tief absichern und damit gleichzeitig eine Klatsch-Option bieten).
    Letztlich ergaben sich aufgrund des ungenauen Positionsspiels auf dem gesamten Feld jedoch so wenig Passwinkel und -möglichkeiten, dass dieses Detail sogar eher negativ wirkte. Denn so war Löwe in Dynamos Aufbau praktisch komplett verschenkt.

    Dynamos Torgefahr

    Nichtsdestotrotz konnte die SGD gerade in der ersten Spielhälfte zumindest im Ansatz einige gefährliche Szenen kreieren. Neben Standards und vereinzelten Zufallsszenen (z. B. nach gegnerischen Fehlern) entstanden diese vor allem über Vaclav Drchal. Als rechter Stürmer konnte er ab und an seine Stärken in der Robustheit und Schnelligkeit im 1v1-Duell gegen den langsamen Innenverteidiger Ballas klug einsetzen. Einige Male ließ er sich im Halbraum kurz fallen, um Ballas leicht aus der Position zu ziehen. Daraufhin attackierte er die Tiefe – entweder nach einem flachen Vertikalball in den Fuß oder einen langen Ball über die letzte Linie – und konnte das Laufduell gewinnen.

    [Beispielszene] Dynamos Aufbau, Aues Pressing – Nach Verlagerung binden Dynamos 6er die Auer im Zentrum, während sich der LV zu sehr an Diawusie orientiert. Damit entsteht nach einem schnellen Vertikalball und einer guten Bewegung Drchals eine vielversprechende 1v1-Situation.

    Aues Torgefahr

    Gegen den Ball agierte Dynamo wie auch zuletzt mit 1v1-Mannorientierungen über das gesamte Feld. Dass das risikoreich ist und mit bestimmten taktischen Mitteln (Breite, Überladungen, Spieler in ungewohnte Räume ziehen, …) gefährlich bespielt werden kann, hat der KSC in der letzten Woche gezeigt.

    Wenngleich Aue diese Mittel noch deutlich extremer und konsequenter nutzen und so noch mehr Torgefahr kreieren hätte können, gelang ihnen das zumindest vereinzelt. Insbesondere im Konterspiel (auch bedingt durch Dynamos schwaches Aufbauspiel und teils ungenügend intensives Gegenpressing und Rückzugsverhalten) standen sie in Gleichzahl gegen Dynamos Restverteidigung. Diese konnte lange Bälle auf Owusu nicht immer erfolgreich wegverteidigen (Knipping!) und musste dann bei Aues dynamischen Steil-Klatsch-Spiel immer wieder in ungewohnte Räume gegen schnelle und dribbelstarke Spieler (Sollbauer gegen Kühn). Schon so verlor man viel Zeit mit Ball und musste weite Wege gehen, kassierte ab und an auch eine Torchance. Ein stärkerer Gegner hätte das wahrscheinlich noch für noch mehr Torgefahr ausgenutzt.

    Verbesserungsvorschläge und die zweite Hälfte

    Abgesehen davon prägte vor allem das unpassende Dresdner Positionsspiel die Partie, es passte auf allen Positionen überhaupt nicht zusammen. Zudem wurden diese Unsauberkeiten durch taktische (Andribbeln) und technische (Ballverarbeitung) Individualprobleme signifikant verstärkt.

    Neben letzterem, was in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen ist, wären gesamttaktisch schlichtweg andere Staffelungen klug gewesen. Egal ob 433, 3421 oder 316 – man hätte vor allem mit höheren Flügelverteidigern oder richtigen Flügelstürmern mehr Breite ins eigene Spiel bringen (so kamen Giorbelidze und Diawusie immer weit entgegen. konnten leicht kontrolliert werden und das Spiel nicht dynamisch nach vorn fortsetzen) und die Halbräume besser besetzen und bespielen müssen, letzteres zudem und gerade mit passenderen, technisch stärkeren Spielertypen (Weihrauch statt Daferner).

    Dahingehend hätte ich mir spätestens eine Umstellung in der zweiten Halbzeit gewünscht. Doch Dynamo spielte über die gesamte Spielzeit denselben Stiefel mit viel tiefer Zirkulation, wenig erfolgsversprechenden langen Bällen und vielen Stückwerkaktionen – und hätte damit wohl auch noch weitere 90 Minuten kein Tor geschossen. Dabei machten auch die Einwechslungen keinen signifikanten Unterschied. Ein passendes Beispiel ist Pana Vlachodimos, der entgegen seinen Stärken nicht auf der Außenlinie sondern als zweiter Stürmer im Halbraum agieren musste und seine Dynamik so nur selten ausspielen konnte. Zwar gelangen ihm und Daferner zum Ende des Spiels vereinzelt einige gute Besetzungen des linken Halbraums mit Fortsetzung über Giorbelidze, doch das lag zu einem großen Prozentsatz auch an den müder werdenden und damit weniger kompakt verschiebenden Auern. Zu signifikanter Torgefahr reichte das zudem in den einseitigen Anschlussaktionen mit vielen unsauberen Abläufen und Entscheidungen ebenfalls nicht.

    Fazit

    Somit verliert die SGD letztlich verdient. Hauptgrund dafür ist: Obwohl der Gegner ebenso strategisch einseitig und individuell limitiert agiert, liegt der Unterschied in der allgemeinen Herangehensweise. Während die Auer klar wissen und umsetzen, was sie wollen, fehlt Dynamo über 90 Minuten ein sinnvoller Plan, der zu Spiel(verlauf) und Gegner passt und dazu auch noch passend umgesetzt wird.

  • FC Erzgebirge Aue – SG Dynamo Dresden: Spielanalyse

    FC Erzgebirge Aue – SG Dynamo Dresden: Spielanalyse

    0:1 gewinnt Dynamo das heiß herbeigesehnte Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue. Lasst uns einen taktischen Blick auf das Spiel werfen, um dieses Endergebnis zu verstehen. 

    Das Grundproblem des Spiels

    Vorweg: Das Spiel zwischen Dynamo und Aue war nahezu über die gesamte Spielzeit ausgeglichen. Während Dynamo seinen typischen strategischen Stiefel herunterspielte, war Aue klug darauf eingestellt. Beide Seiten verfolgten also einen Plan, hatten jeweils aber auch Probleme, diesen erfolgreich umzusetzen. Daher wird das Spiel am Ende durch Kleinigkeiten – einen groben Fehler – entschieden. Schauen wir uns das nochmal genauer an:

    HZ1: Dynamo im Pressing, Aue im Aufbau

    Dynamo ist unter Schmidt bekanntermaßen ein Pressingteam. Für Aue war es deswegen wichtig, dagegen Lösungen im eigenen Ballbesitzspiel zu finden. Das könnte einer der Gründe für die Wahl der 3412-Grundordnung in diesem Spiel gewesen sein. (Auf einen zweiten gehe ich später ein.) Denn: Schon rein nominell kann man sich damit in den tiefen Zonen gegen das typische Dynamos Pressing Überzahl schaffen. Das funktionierte auf dem Feld folgendermaßen:

    Aue positionierte sich aus eben jenem 3412 mit den drei Innenverteidigern und einem der Sechser rund um den eigenen Strafraum. So reichte das klassische Dresdner Pressing mit den drei Stürmern nominell nicht mehr aus. Meist musste Achter Herrmann noch mit auf den gegnerischen Sechser rausschieben. 

    Durch die hoch stehenden Auer Stürmer schuf dies so zunächst einmal große Räume im Zentrum, die man mit einem potenziellen Chipball auf den höher stehenden Sechser (meist Hochscheidt) bespielen hätte können. Aue wollte Dynamo also mit einigen kurzen Pässen rauslocken und dann genau so überspielen. Den direkten Weg mit dem Chipball wählte man jedoch seltener.

    Denn hier kommt der zweite Clou: Der FCE positionierte die beiden Außenverteidiger asymmetrisch, zog Rechtsverteidiger Strauß im Aufbau deutlich weiter zurück als seinen Pendanten Baumgart. Somit hatte man in den tiefen Zonen noch einen Akteur mehr. Dynamos Stürmer konnten nicht alle davon wirkungsvoll kontrollieren und ließen gleichzeitig gefährliche Räume in ihrem Rücken entstehen. Aue wollte Dynamo also anlocken, daraufhin über die rechte Seite die eigene Überzahl ausspielen und dann in ihr schnelles vertikales Angriffsspiel kommen.

    Ich hatte kurz den Gedanken, dass man bei der SGD eher eine gegnerische Viererkette erwartet hatte. Schließlich kennt man es nicht von Schmidt, dass seine Teams einen unpassenden Pressingplan verfolgen. Ob das so war, bleibt Spekulation.

    Auf jeden Fall schob man auf Dresdner Seite schon nach einigen Minuten auch noch Linksverteidiger Löwe weiter nach vorn, um das numerische Mismatch im Pressing zu kompensieren. Für ihn waren die Anlaufwege allerdings extrem weit, sodass er nicht selten zu spät kam und dadurch hinter sich eine riskante 1v1-Absicherung hinterließ. 

    Die folgenden Grafiken zeigen eine Szene, in der es Aue gelang, das unpassende Pressing genau so auszunutzen.

    Aue hat durch die asymmetrischen Außenverteidiger im Aufbau Überzahl, Löwe kommt zu spät. Dadurch kann der FCE einen langen Ball an die letzte Kette spielen. Dort muss Dynamo im riskanten 3v3 mannorientiert auf eine Seite durchschieben (z. B.: Akoto in den LV-Raum), was Raum auf der ballfernen Seite schafft. Aue schafft es, durch kluges Steil-Klatsch-Spiel über den nachrückenden Zentrumsspieler schnell auf die verwaiste Seite zu gelangen. Spielt man das gut aus, entsteht daraus große Torgefahr. In diesem Fall arbeiten Schröter und die weiteren Mittelfeldspieler der SGD aber gut mit zurück, schieben stark mit durch und können so Schlimmeres verhindern.

    Warum hat Aue trotz dieser Möglichkeiten in der ersten Hälfte nur wenige Torchancen kreiert? Nun, da kommen wir wieder auf das Grundproblem des Spiels zu sprechen: Bei den Erzgebirglern mangelte es an Tempo und Präzision. Individuell gelang es Ihnen selten, diesen vielversprechenden Plan umzusetzen. Teils konnten schon Dynamos Stürmer den Ball gewinnen oder einen unkontrollierten Schlag provozieren. Teils spielte Aue zu schnell lang, sodass sich das Dresdner Mittelfeld schnell zurückorientieren konnte.

    Wichtig war außerdem, dass Dynamo mit dem Hochschieben von Löwe schnellstmöglich eine wichtige Anpassung getätigt hat. Im folgenden Bild sieht man dafür eine beispielhafte Situation. Mit schnellerem Balldruck spielte Aue unkontrollierter, mit den intensiven und klug verteidigenden Innenverteidigern konnte die SGD die folgenden langen Bälle dann meist ordentlich wegverteidigen.

    HZ1: Dynamo in Ballbesitz, Aue im Pressing

    Im Gegensatz zum Spiel ohne Ball ging die SGD für die Spielphase Ballbesitz durchaus mit einem grundsätzlich sinnvollen Plan in das Derby. Der war schließlich auch nötig, da Aue in ihrem 3412-Mittelfeldpressing Dynamo über weite Strecken den Ball überließ. 

    Die Idee war folgende: Aus dem klassischen 433 (bekannt aus den letzten Wochen) ließen sich einerseits die drei Mittelfeldspieler tief fallen. So wollte man das gegnerische Mittelfeld aus der kompakten Struktur locken und Raum zwischen den Linien schaffen. Diesen sollten dann die langen Bälle auf Daferner erreichen. 

    Andererseits lockten auch Dynamos breit stehende Außenverteidiger ihre jeweiligen Gegenspieler, sodass Dynamos Flügelstürmer theoretisch auch mit langen Bällen hinter die Auer Außenverteidiger geschickt hätten werden können.

    Dynamos Ballbesitz – ursprünglicher Plan.

    Diese Idee klappte gegen das Auer 3412 jedoch sehr selten. Zum einen ließ sich Aue gesamttaktisch selten aus der Kompaktheit locken. Sie lenkten Dynamo auf außen, agierten dabei aber sehr kompakt, sodass für die SGD nur noch lange Bälle in Frage kamen. Mit der Fünferkette konnten die langen Bälle dann leicht wegverteidigt werden.

    Dynamos Ballbesitz – Umsetzungsprobleme: entscheidend ist Aues abwartendes Zentrum.

    Nimmt man mal an, dass Dynamo mit einem Auer 442 geplant hat, ergibt der ursprüngliche Gedanke durchaus viel Sinn. Gegen ein solches System mit doppelter Flügelbesetzung und weniger Zentrumskompaktheit beim Gegner hätte die Anlock-Idee gut funktionieren können.

    Mit der Dreierkette fiel es Aue jedoch oft leicht, die Oberhand zu behalten. Neben dem angesprochenen gesamttaktischen Vorteil gerade auch aus individuellen Gründen. Anfangs standen beispielsweise die Innenverteidiger etwas zu eng. So konnten sie leichter durch die Auer Stürmer unter Druck gesetzt werden, hatten zudem wenig erfolgversprechende Passwinkel.

    Aus Dynamo-Perspektive wäre hier eine strukturelle Alternative im Ballbesitzspiel wünschenswert gewesen. Mit der Zeit passte man einige Details auf individueller Ebene an: Akoto stand breiter und dribbelte einige Male klug an, Becker rückte situativ für Überzahl ins Mittelfeld. Doch wirklich systematisch und daher entscheidend waren diese Änderungen zumindest hinsichtlich der Dresdner Torgefahr nicht. 

    HZ1: Gefahr auf beiden Seiten 

    Torgefahr kreierten beide Teams in der ersten Hälfte aus einer anderen Art von Situation. Dynamo schlug primär aus den Aufbaufehlern der Auer Kapital, indem sie nach ihrem Pressing schnell und vertikal umschalteten (z. B. in den angesprochenen Raum hinter den gegnerischen Außenverteidigern). Genauso agierte Aue nach eigenem Ballgewinn (entweder nach den erfolglosen langen Bällen der SGD oder nach einer Dresdner Chance) sehr direkt. Individuelle Umsetzungsschwächen (falsche Entscheidungen, Präzision, etc.) führten letztlich aber auch da zu wenig Ertrag. 

    Gerade anfangs beurteile ich persönlich die Auer Konter durchaus etwas zielstrebiger und gefährlicher als die Dresdner. Dynamo brauchte ein wenig, um an das Zweikampf– und Intensitätsniveau des KSC-Spiels anzuknüpfen. Aue hat dagegen mit Nazarov und Kühn zwei perfekt zu dieser Idee passende Spieler im Kader. Nachdem Dynamo circa bei Minute 20 die richtige Intensität und das richtige Timing im Vorwärtsverteidigen wiederfand (Akoto ist da positiv hervorzuheben), gestaltete sich das Spiel sehr ausgeglichen – mit viel Stückwerk auf beiden Seiten.

    HZ2: Umstellung auf Dynamo-Seite

    Angesichts der strukturellen Probleme stellte Dynamo-Trainer Schmidt in der Halbzeit folgerichtig um. Ab diesem Zeitpunkt agierte man in einem 3412 und spiegelte so die Formation des Gegners. Das schaffte zum einen klarere Zuordnungen im Pressing, ließ die Außenverteidiger höher pressen, garantierte aber gleichzeitig auch Überzahl und Sicherheit in letzter Linie. 

    Dynamos Pressing #2.

    Auch mit Ball half die neue Struktur: Gegen die beiden Auer Stürmer hatte man in der ersten Aufbaulinie Überzahl und damit mehr Kombinationsmöglichkeiten. Zudem konnten die beiden Sechser nicht mehr so leicht mannorientiert verfolgt werden. Außerdem versuchte man mit Borrello und später Königsdörffer als rechten Stürmer vermehrt, den schon angesprochenen Raum hinter dem gegnerischen Außenverteidiger zu bespielen. 

    Dynamos Ballbesitz #2.

    HZ2: Tor und Schlussphase

    Die Vorteile des 3412 im Ballbesitz kamen jedoch in diesem Spiel selten zum Tragen. Zunächst weil Dynamo wieder individuell Schwierigkeiten hatte, nach dem Gegentor weil Aue mehr vom Ball hatte und sich die SGD auf das Kontern fokussierte.

    Dafür halfen zumindest die Anpassungen auf defensiver Seite. Auf der anderen Seite agierte Aue auch wenig kreativ. Sie behielten ihre leicht asymmetrische, ungefähre 4114-Struktur bei und überluden die letzte Linie. Über viele lange und zweite Bälle wollte man vor das Dresdner Tor gelangen. Das klappte auch einige Male, allerdings eher aufgrund zufällig entstandener Situationen oder Dresdner Passivitäten. In dieser Phase hätte Dynamo daher auch durchaus einen Gegentreffer kassieren können. Nachhaltige Dominanz konnte Aue dennoch nicht erzeugen.

    Erfolgsversprechender wäre es beispielsweise gewesen, die doppelte Flügelbesetzung auszunutzen. Durch tiefe Außenverteidiger, die Dynamos Außenverteidiger anlocken, und Tiefenläufe der Stürmer in den Raum dahinter, hätte man beispielsweise (in der Theorie) zu Gefahr kommen können. So blieb es letztlich beim bloßen Anrennen, das Dynamo spätestens im Strafraum weitgehend solide wegverteidigte.

    Fazit

    Damit gewinnt Dynamo das Sachsenderby schlussendlich. In einem ausgeglichenen Spiel war Aue top eingestellt und hätte die SGD so auf dem falschen Fuß erwischen können. Die strukturellen Schwächen korrigierten die Dresdner allerdings schnell und klug. Damit stand man zumindest defensiv über weite Strecken stabil und war dem Gegner in den entscheidenden Duellen überlegen. 

    Auch wenn ein Unentschieden mehr als denkbar gewesen wäre, ist so auch das 0:1 als Endergebnis nachvollziehbar. Aus Dynamo-Perspektive war das ein ordentliches Spiel, wenn auch dieselbe Einordnung weiterhin gültig bleibt: Defensiv agiert man weitgehend stabil, was eine Verbesserung zu Spielen des Oktober/ November darstellt. Offensiv sind dagegen noch deutliche Steigerungen vonnöten. Nichtsdestotrotz: Diese stabile Basis reicht gegen bestimmte Gegner der Liga, wie zum Beispiel den FC Erzgebirge Aue.